Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Der deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband (D. H. V.)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- 642 (sequence 4)
- Language
- German
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642 Im deutschen Reich. Verbund offen ein, daß ihm der Wettbewerb jüdischer Kräfte ebenso unbequem verkommt, wie der Wettbewerb des weiblichen Geschlechts. Auch hier ist der Standpunkt des Kalkulators der allein erkennbare. Herr Schack arqumei tie,t, daß, wenn es ihm gelingt, einige 100 000 Mitarbeit'?: jüdischer Abkunft aus dem Handelsstande fern zu halten, für die Uebngdleidenden der Lohn und die Arbeitebed ngungen entsprechend sich mrb fsern mußten, weil nach seiner Meinung die Nachfrage immer gleich bleibt, während das Angebot der Arbeitskräfte finken müßte. So wert geht die Umsicht oder Ehrlichkeit dieses Exempels nrcht, daß berücksichtigt würdr, welchen Eufluß l ie vorwärts strebenden Elemente gerade der jüdischen Bevölkerung auf Ausdehnung der Absatz- und Bezugswege seit jeher gehabt haben und täglich aufs neue erzielen. Glaubt Herr Schack wirklich, daß der deutsche Handel denselben Umfang behielte, wenn plötzlich alle jüdischen Prinzipale und ihre Unternedm «ngen aus der ßiflc der deutschen Firmen gestrichen würden? Glaubt Herr Schack, um nur ein Beispiel aus seiner Nähe zu erwähnen, daß die Hamburg-Amenka-Linie auch ohne ihren jüdischen Leiter die führende Stellung in den Schiff rhrtöunternehmungen der Welt erlangt hatte, oder bevaupten könnte? Herr Schack sollte wirklich von der Richtigkeit seiner Rechnung überzeugt sein? Fällt aber die Rechnung, so ist für jedermann deutlich, daß der Antisemitismus seines Programms in die von ihm geleitete Srandesbewegung nicht hineingehört. Ist es ihm ehrlich nur darum zu tun, seine Standesgenoffen wirtschaftlich und gest'g zu fördern, warum .fragt er nach ihrem Taufschein? Versagt sein Standesgefühl, sobald es sich um Mitarbeiter handelt, die sich nach Glauben und Abstammung von ihm selber unterscheiden? Dann gibt cs allerdings unter den Agitatoren des Verbandes auch solche, welche den Antisemirrsmus ihrer Organisation, ja sogar zuweilen denjenigen des H-ttn Scheck in Abrede stellen. Es muffen recht weltfrernde Zuhörerschaften sein, denen man derartiges zumulet. Indessen gibt es noch immer g'oße Kreise der Handlung' gebilfen. welche der Srandesbewegung fernftehen und sich der G fahrlrchkert des Zufammer Hangs des Verbandes mit dem politischen Antisemitrsmus nicht bewusit sind. Für alle diese, aber auch für jene Kreise, welche die gefährliche Agitation der Herren Schack und G'noffen au bekämpfen aben, soll eine kleine Auslese der Verfälle ttenen, bet d nen der Anriremitrsmus des Verbandes öffentlich in die Erscheinung getreten ist. Wrr gehen nur aut etwa ein Jahr zurück: Am 3. Oktober 1903 kam in Magdeburg der Antisemit v. Mesch bet emem Zub.läum der Ortsgruppe des Verbandes mit einem Festspiel zu Wort, das er den »Geist der Hansa*