Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Der deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband (D. H. V.)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- 640 (sequence 2)
- Language
- German
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G 40 Im deutschen Reich. Schließung berußen, wie die Vereine der Materialwarcn-Branche, er mit beißender Kritik verfolgt. Die Gegenstiömungm sind nicht ausgeblieben. Ganze Organisationen der Prinzipale verpflichten sich seit Jahren unter Konventional-Strafe, kein Mitglied des D. H. B. anzustellen. Ganze Städte wie Geerfswald, Neu-Ruppin u. a. haben den dort gebildeten Ortsgruppen des D. H. V. dadurch ein Ende gemacht, daß die Prinzipalilät die Mitglieder wegen ihrer zügellosen Agitation entließ und sich verpflichtete, kein Mitglied des Verbandes weiter bei sich zu dulden. Dies festznstellen, wird genügen, um zu zeigen, daß die Art der Agitation des Verbandes eine gehässige ist, und daß ein gedeihliches Zusammenwirken zwischen Prinzipalität und D. H. V. von letzterem nicht gewünscht, sondern im Gegenteil für schädlich gehalten wird. Daß solcher Standpunkt den radikalen Elemente« eines weit verbreiteten Standes erwünscht ist, daß alle Unzufriedenen, welche eine Verbefferung ihres Loses durch die natürliche Entwickelung für ausgeschlossen halte», die Reihen des Verbandes füllen müssen, dies alles erklärt die schnellen, wenn vielleicht auch nicht nachhaltigen Erfolge des D. H. V. Der zweite Feind, gegen den Herr Schack, der erste Vorsitzende, die Handlungsgrhilfen-Welt mobil macht, ist die weibliche Mitarbeit im Handelsstande. Er geht von der rein rechnerischen Betrachtung aus, daß eine gewisse Zahl von Angestellten im Handelsstande gebraucht werde, daß diese Zahl eine fixierte sei und daß, sc geringer das Angebot von Kräften sei, um so höher der Lohn steigen müsse. Scheidet aus dem Angebot die Hälfte der Kräfte aus, nämlich die weibliche, so ergibt sich die Steigerung des Lohnes für die männlichen Angestellten auf das Doppelte. Die Rechnung ist, wie jeder Einsichtige finden wird, trügeiisch. Das fortschreitende Bedürfnis verlangt eine Vermehrung der Kräfte, nicht nur im Verhältnis zur Vermehrung der Bevölkerung, sondern weit darüber hinaus in geometrischer Progression. Die Steigerung des Wohlstandes der Bevölkerung, die verfeinerte Kultur, die Abkürzung der Arbeitszeiten, der Fortfall mannigfacher Hausarbeiten, welche früher dem weiblichen Geschlecht oblagen, endlich das Drängen der weiblichen Bevölkerung zu mehr geistigen Berufen gegenüber früherer körperlicher Arbeit, alle diese Momente rechtfertigen den Eintritt von immer mehr Frauen in den Handelsberuf. Während aber andere Berufe die weibliche Mitarbeit als berechtigt, ja den Hinzutritt weiblicher Kräfte als eine Förderung der Berufsaufgaben be«? trachten, tritt Herr Sckack und seine Mitarbeiter diesen weiblichen Emanzipätionsbestrebungen auf das Schärfste gegenüber. Einer seiner tatkräftigsten Mitarbeiter, Herr Schneider, früherer Leiter der Ce-