Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 629 (sequence 3)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 629 Kinder. Lebhafter Beifall folgte diesen zündenden Worten und dann schloß der Vorsitzende mit einem kurzen Dankesworte die Versammlung. Die Versammlung der in Berlin dl. und dlO. wohnenden Mitglieder des Central-Vereins, welche am 10. November d. I. in dem großen Saale der Brauerei Königstadt unter Leitung des Herrn Pr. Wohlberg abgehalten wurde, war von fast 500 Personen besucht. Der ebenso belehrende wie schwungvolle Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. B. Elsaß aus Landsberg a. W. „Die Juden als Soldaten" wurde mit rauschendem Beifall belohnt. Es schloß sich eine sehr lebhafte Debatte an, welche deutliches Zeugnis davon gab, wie sehr das Thema des Vortrages weite jüdische Kreise erregt, wie aber auch das Rechtsgefühl und das Selbstbewußtsein unserer Glaubensgenossen gehoben und gekräftigt worden sind. Am Ausgang der Debatte kennzeichnete der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz, in fast halbstündiger Rede in großen Zügen die Stellung des Vorstandes zu den während der Diskussion zum Ausdruck gelangten mannigfachen Anregungen und stärkte bei allen Anwesenden die Ueberzeugung, daß der Vorstand des Central-Vereins auf der Wacht steht und das Vertrauen rechtfertigt, das Tausende auf seine Umsicht und Tatkraft setzen. Erst gegen Mitternacht wurde die Versammlung nach dieser mit lebhaftem Beifall anfgenommenen Rede durch den Vorsitzenden der Gruppe dl. dl0., Herrn Dr. Wohlberg, mit einer kurzen Ansprache geschloffen. Am 28. Juli d. I. haben wir uns an den Magistrat zu Straft sund mit einer Beschwerde über den Leiter der chirurgischen Abteilung des dortigen städtischen Krankenhauses, Dr. Berndt, gewandt, der in dem öffentlichen Ausschreiben einer Arztstelle jüdische Bewerber ausgeschlossen hatte. Unser Ersuchen ging dahin, den Leiter einer Abteilung des städtischen Krankenhauses über das Unstatthafte seiner Anzeige aufzuklären. Da wir darauf zunächst kerne Antwort erhielten, haben wir uns am 28. September nochmals an den Magistrat zu Stralsund gewandt und dabei betont, daß wir die Erwartung hegten, eine Behörde würde uns dafür, daß wir eine Gesetzwidrigkeit zu ihrer Kenntnis bringen, nur Dank wissen. Zwei Tage später ging uns darauf nachstehendes Schreiben des Bürgermeisters und Rats der Stadt Stralsund — gez Gronow — zu: .Wir müssen es ablehnen, eem Anträge vom 1904 zu entsprechen. Obwohl wir den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht für legitimiert erachten können, sich