Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Berlin
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 613 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 618 Nachmittag die erste frische und fidele Keilerei erlebt habe; ich wurde nämlich im Hotel de Rome von emem jüdischen Scheusal angegriffen; es entstand ein Ringkampf, wobei ich einen Stoß an den Kopf erhielt; leider trennten uns die Kellner und der Portier; sonst hätte ich den Juden voraussichtlich ganz barbarisch verhauen. Sie sehen, meine Herren, ich bin Ihnen auch in der Keilerei mit gutem Beispiele vorangegangen und habe eine ehrenvolle Wunde davongetragen: ich hoffe, daß Sie mir auch jetzt in dieser Beziehung folgen und die Juden ganz gehörig Verbimsen, damit sie sich nicht nochmal unterstehen, anständige Leute in einem großen Hotel zu überfallen. Glauben Sie nicht, meine Herren, daß ich jetzt etwa ängstlich geworden bin, im Gegenteil im Angesicht der Gefahr wachsen, mein Mut, meine Energie und meine Tatkraft, und ich rufe mit Julius Cäsar aus: „Vön allen Wundern, die ich je gehört, ist das das größte, daß sich Menschen fürchten." — Shakespeare läßt de» Polonius sagen: „Ich stellte Julius Cäsar dar; Brutus brachte mich auf dem Kapitol um" und den Hamlet erwidern: „Es war brutal von ihm, ein so kapitales Kalb umzubringen." So brutal soll mit oem Cäsar von Klein-Tjchirne nicht verfahren werden; der Mann gehört auf die Anklagebank oder in's Irrenhaus!" In der Strafsache gegen den Grafen Pückler ist, wie die „Staatsbürger-Zeitung" meldet, auf Grund der Paragraphen 94, 102 St.-P.-O. und 110, 111, 130, 74 und 49 St.-G.-B. eine polizeiliche Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume des Buchdruckereibesitzers Hermann Mitsching, Bernauerstraße, nach Beweismitteln vorgenommen worden. Es wurden dabei die Reden des Grafen Pückler beschlagnahmt, die als Flug, blätter gedruckt sind und die Überschrift tragen: „Die Juden und die Stadt Berlin", „Die Juden in Spanien" und „Der Ruin des Handwerkerstandes." „Was sagt der Justizminister zu diesem schönen Blatt am Baum der Rechtspflege?" so fragt die „Königsberger Hart. Zeitung" angesichts folgenden Vorkommnisses: Hinter dem flüchtig ^wordenen Kassenboten Cohn ist seitens der Königsberger Staats. Anwaltschaft ein Steckbrief erlassen worden. In diesem Steckbrief, d 'r im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg vom 27. Oktober d. I. abgedruckt ist, heißt es nach der Personalbeschreibung: Besondere Kennzeichen: Jude. — „Es geschieht unseres Wissens zum erstenmal," sagt die „Königsb?rger Hart. Ztg.*, daß seitens einer preußischen Behörde die Zugehörigkeit zur jüdischen Religion amtlich a's besonderes Kennzeichen erklärt wird." Die „Volks-Ztg." bemerkt