Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. 602

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-11-01
Page
602 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316714-2316725--13051-2334151
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

602 Im deutschen Reich. Lohnjllaven der Fremdlinge herabwürdigen. Deshalb sei es die heiligste Pflicht eines jeden Deutschen, die falsche Toleranz und den vielgepriesenen Liberalismus zu bekämpfen. Wer es wagen sollte, deutsche Sitte und Art zu verletzen, sei es auf welchem Gebiete es wolle, d-'n muß man als Feind betrachten und ihm in geschlossenen Reihen gegerckbertreten; denn nicht Amboß, sondern Hammer muß der Deutsche sein". Dem Manne scheinen die Reden Pücklers zu Kopf gestiegen zu sein, da auch ihm seine jüdischen Mitbürger als „Fremdlinge" gelten und auch er dem „Edelvolke" zumutet, mit dem Hammer dreinzuschlagen. Diese Einwirkung der Dreschreden macht es unabweislich, darauf zu dringen, daß „Gericht und Polizei" nicht länger versagen, damit nach dem Kaiserwort Recht Recht bleibe. Ueber „Ungleiches Maß" beklagt sich das „Berliner Tageblatt" bei Besprechung der ungehinderten Vertreibung der gedruckten Reden Pücklers, „die nicht nur unflätige Hetzereien gegen die Juden, sondern auch Aufforderungen zum Bürgerkriege, zum Einbruchsdiebstahl und zu andern Ueber. tretungen des Strafgesetzbuches enrhalten." Die „Voss. Ztg." teilt in einem „Was in Berlin möglich ist" überschriebenen Artikel aus dem ersten Flugblatt Pücklers (Druck von H. Mitsching, Bernauerstraße 43) Folgendes mit: „Die kleinen schwarzen Iudenkerle werden sich gewiß sehr freuen, daß ich wieder hier bin, der Abraham und der Isaak und der Levysohn und der kleine Cohn und das Nebeckchcn und da§ verfluchte Aas, die Sarahleben und wie sie alle heißen, die vielgeliebten Semiten; sie werden sich gewiß sehr freuen, denn jetzt gibt es Bimse, Keile, Schläge, Senge; jetzt werden wir die Lümmel zusammenhauen, daß ihnen angst und bange wird, daß sie endlich packen und von dannen ziehen. . . . Nehmen Sie alle Kraft zusammen, den Mut und auch den Zorn, und dann marsch, marsch, hurrah, drauf los auf die Judenbande mit brausenden Hurrarufen. . . . Also druf auf die Judenbande, immer druff Kameraden, daß sie der Deibel holt; schmeißen wir das Gesindel jetzt endlich zum Tempel hinaus, das uns hier gequält und geschunden hat so viele Jahrzehnte, dann werden wir bald ebenfalls die Welt beherrschen und achtunggebietend wird die deutsche Flagge wehen auch an den fernsten Küsten. Als ich vor einigen Tagen die Geschichte der Juden in Spanien studierte, da dachte ich öfters an meine roten Freunde in Berlin und sagte mir, das wären doch eigentlich die richtigen Leute, um die Judenbande jetzt herauszuschmeisten aus den Straßen von Berlin. Was meint Ihr denn, Ihr lieben roten Kerle, ich freue mich Kucb wieder zu sehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.