Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Ein Beitrag zur jüdischen Rassenfrage
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 580 (sequence 4)
- Language
- German
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580 3m deutschen Reich. 3rage stehen, muß bei dieser Gelegenheit außer Acht bleiben. Uebrigens gehen schon heute in Preußen 8 % aller jüdischen 6 )c« schließmden Mischehen ein, in Berlin rund 15 % in den lehren Jahren. Der Wert der Mischehen für die Aufbesserung der Nasse trab aber durch die Tatsache sehr beeinträchtigt, daß ein auffallend großer Prozentsatz jüdischer Mischehen ohne Kindersegen bleibt. Freilich hat die eheliche Fruchtbarkeit der Juden nach der Statistik ganz allgemein erheblich abgenommen, ebenso wie die Heiratsziffer sehr gesunken ijt; aber man wird dem Berfaffer wohl beistimmen dürfen, wenn er diese Erscheinung nicht als ein Anzeichen der Rassedegeneration deutet, sondern in ihr mehr die Rückwirkung sozialer Verhältnisse sieht. Ist doch vielfach die Zweikinder-Ehe beinahe zu einer souveränen Sitte geworden. Jnbezug auf die Sterblichkeitsverhälinisse — und diese sind für die Beurteilung der Raffenwertigkeit von großer Bedeutung — stehen die Juden sehr günstig da. Ueberall, selbst in Ländern, wo unsere Glaubensgenossen unter ungünstigsten sozialen und hygienischen Bedingungen leben, ist die Sterblichkeitsziffer eine sehr niedrige. Die inneren Gründe für die Langlebigkeit der jüdische Raffen lassen sich kaum erschöpfend darlegen. Singer denkt zunächst daran, daß in der langen Leidensepoche des Mittelalters und der neueren Zeit eine scharfe Ausmerzung der weniger Widerstandsfähigen startgefunden hat, betont aber dann mit Recht an erster Stelle die Tatsache, daß die Juden sich von dem überaus schädlichen, lebenverkürzenden Einfluß des Alkohols freihalten, daß die Jnni k.it dts Familienl bens und die geregelte Lebensweise die Sterblichkeitsverhältnisie bei den Juden günstiger gestal.en. Ramentl ch trägt zu d m günstigen statistischen Ergebnis die verminderte Kindersterblichkeit bei, die ihrerseits freilich kein Zeichen von Rassengefundhei^ ist, sondern eher mit der besseren sozialen Stellung der jüdischen Bevölkerung im Zusammenhang stehen dürfte. Ausschlaggebend ist allerdings dieser Faktor nicht, da auch in Gegenden mit ungünstig situierter jüdischer Bevölkerung die Sterblichkeit der Krnder hinter der der nicht-jüdischen Bevölkerung zurückbleibt. Hier dürste die elterliche Fürsorge sowie die gegenüber dem Alkohol geübte Mäßigung mit im Spiele sein. Soviel über die allgemeinen Personalverhältnisse! Die nächste Fragen der sich Verfasser zuwendet, ist die, ob d r jüdischen Rasse eine besonders große oder geringe Empfänglichkeit für die ansteckenden Krankheiten zukommt. Im allgemeinen ergibt sich