Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Ein Beitrag zur jüdischen Rassenfrage
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 578 (sequence 2)
- Language
- German
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578 Im deutschen Reich. Bedenkt man weiterhin, wie unwiffenschaftlich zumeist taä Material ist, mit welchem die Antisemiten gerade in der Raffenfrage arbeiten — erst sängst wurde eine geradezu grotesk wirkende Schilderung der jüdischen Rasseneigentümlichkeiten, wie sie sich im antisemitisch degenerierten Hirne malen, in dieser Zeitschrift wiedcrgegeben (cf. Juniheft d. I., S. 35) — so wird man jeden Versuch einer wiffenschaftlichen Beleuchtung dieser Fragen nur willkommen heißen. Ein solcher liegt in einem soeben im Verlage von Benno Konegen-Leipzig erschienenen Buche eines jüdischen Arztes vor: „Allgemeine und spezielle Kranl'heitslehre der Juden" von vr. Heinrich Singer in Elberfeld. Wenn wir im Nachstehenden einen kurzen Auszug aus dem reichen Inhalte dieses trotz seines umfangreichen Zahlenmaterials fesselnd geschriebenen Buches geben, so wollen wir daS Studium desselben damit nicht überflüffig machen, sondern vielmehr zur eingehenden Lektüre des nach vieler Hinsicht lehrreichen Buches angeregt haben. Beschränkt es sich auch nur auf die Pathologie der jüdischen Rasse, jo darf man doch nicht vergessen, daß das Krankhafte nur eine qualitative oder quantitative Abweichung von der Norm darstellt, im übrigen aber seinem Wesen nach nicht absolut anders als das Gesunde geartet ist. Die Pathologie der jüdischen Rasse bietet dem Forscher besondere Schwierigkeiten, da sie sich unter den verschiedensten klimatischen, sozialen und politischen Verhältnissen in einer ungewöhnlichen Zersplitterung befindet. Andererseits hat der teils freiwillige, zumeist aber erzwungene Abschluß der Juden naturgemäß konservierend und erstarrend auf die Raffeneigentümlichkeiten gewirkt, sodaß der jüdische Typus sich im allgemeinen als solcher unwesentlich ve> ändert erhalten hat, obwohl Jahrtausende seit der Bildung der jüdischen Raffe vergangen sind. Was die anthropologische Stellung der jüdischen Rasse betrifft, so ist es unrichtig, die Juden schlankweg als eine Unterabteilung der semitischen Völkergruppe zu bezeichnen. Die Juden sind keine reinen Semiten, im Gegenteil sind gerade manche als spezifisch-semitisch betrachtete Charakteristika der Juden, z. B. die sogenannte Judennase, nicht semitischen Ursprunges. Außer den Semiten haben auch andere Elemente an der Bildung der jüdischen Nasse in erheblichem Umfange Anteil genommen. Das semitische Element ist sogar, wie die Rass.nforschung ergeben hat, deutlich in der Minderheit geblieben. Drei von einander in ihrem Ursprünge ganz verschiedene Völkergrupren haben zum Ausbau der jüdischen Rasse wesentlich beizetragen: die eigentlichen Semiten, das indogermanische Element der Amorster,,