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Im deutschen Reich · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. 562

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
[Ohne Titel]
Date
1904-10-01
Page
562 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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562 Im deutschen Reich. Bitte des Schülers Hes, „er wolle die Postsachen für Herrn Strauß,", dem Hes die Postsachen mit den Worten gegeben-: „da, haste vor Strauß." Diese Worte habe Herr Binneweis in jüdelndem Tone gesagt. In gleicher Weise habe er, als Herr Strauß die Postsachen durch seine Tochter Bella Strauß abholen ließ, diese in jüdelndem Tone gefragt: „Nun, Sara, was willste de?" — Die Kaiser!. Ober-Postdirektion zu Oldenburg (Grhzt.) hat uns darauf am 21. September d. I. die Mitteilung zugehen lasten: „Gegen den Postassistenten Binneweis in Papenburg ist nunmehr das Geeignete verfügt worden." In einem von uns auch als Sonderabdruck verbreiteten Artikel ,Gerichtsvollzieher und Staatsbürger-Zeitung", der in dem Heft 4 des vorigen Jahrganges dieser Zeitschrift veröffentlicht wurde, find die Gründe dargelegt worden, welche s. Z. den Central- Verein veranlaßten, gegen „die Bereicherung der „Staatsbürger Zeitung" durch die Zwangsversteigerungs-Inserate der Gerichtsvollzieher" Stellung zu nehmen. Insbesondere wurde es als eine Pflicht der Anwälte jüdischen Glaubens dargestellt, die Vermögensinteressen ihrer Klienten und gleichzeitig die Achtung, die sie sich selber schuldig sind, durch das Ersuchen an den Gerichtsvollzieher zu wahren, die veranlaßten Zwangsversteigerungen nicht in dem Organ einer extremen Partei zu veröffentlichen, dessen Leserkreis nicht so umfangreich ist, um eine genügende Anzahl von Interessenten zu den Versteigerungen zu entsenden. Bei der Beratung des Justizetats hat dann im preußischen Abgeordnetenhause der Abgeordnete Rosenow den Justizminister ersucht, in einer Verfügung an die Gerichtsvollzieher anzuordnen, „daß die Annoncen von bevorstehenden Auktionen nur in Zeitungen geschehen, die eine große Auflage haben und nach ihrer ganzen Natur dazu geeignet sind." Der Justizminister erklärte darauf, daß die Verhandlung schon dahin wirken würde, daß die Gerichtsvollzieher nicht aus anderen, von den Aufsichtsbehörden nicht zu billigenden Gründen die Anzeigen Blättern zuwenden, denen es an dem geeigneten Leserkreise fehlt und dadurch den ohnedies schon vielfach unbefriedigenden Verlauf der Zwangsverkäufe herbeiführen." — Es wird unsere Leser interessieren, zu erfahren, daß seitdem in diesen Verhältnissen eine wesentliche Besserung sich vollzogen hat. Wir haben festgestellt, daß in der „Staatsbürger-Zeitung" nur noch am 1., l5., 22. und 23. Juli, am 7. und l 4. August d. I. je ein Gerichtsvollzieher eine Zwangsversteigerung angekündigt hat, seitdem aber diese Inserate vollständig aus dem Anzeigenteil dck „Staatsbürger-Zeitung verschwunden sind."

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