Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 563 (sequence 7)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 563 Der in dem SepLemberheft dieser Zeitschrift veröffentlichte Artikel „Ein deutscher Reserve-Offizier-Aspirant jüdischen Glaubens" bedarf in der Eröffnung des Regensburger Bezirks-Kommandeurs insofern einer Berichtigung, als in dem Satze „der zur Verwendung als Offiziersstellvertreter geeignet befunden und demgemäß aus der Liste der Offiziersaspiranten gestrichen" hinter Offiziersstellvertreter das Wörtchen „nicht" versehentlich hineingekommen ist. Tatsächlich hat man den Vizefeldwebel der Reserve X. Y. zum Offiziersstellvertreter als geeignet gefunden, aber nicht als Offiziersaspirant, ihm also damit trotz der wiederholt anerkannten guten Führung und Qualifikation die Offizierslaufbahn verschlossen. Dies macht den Bescheid des Herrn Bezirks-Kommandeurs Lauterbach noch auffallender. Das Avancement zum sogenannten Feldwebelleutenant gilt als besondere Ehrung, stellt aber die höchste Stufe dar, die der Unteroffizier erreichen kann. Während der Offiziersstellvertrcter Unteroffizier bleibt, befindet sich der Offiziersaspirant in einer nicht abgeschloffenen Laufbahn. Durch den Erfolg der Uebung B als Offizier qualifiziert, konnte Herr X. Y. nicht wieder zum einfachen Feldwebel gemacht werden; man hat ihm deshalb einen Rang gegeben, der unseres Wissens in Friedenszeiten garnicht existiert. Der Inhaber eines hiesigen Bekleidungsgeschäfts teilt uns mit, sein Inserat sei nur dadurch in ein antisemitisches Blatt gekommen, daß er seine Anzeigen einem Annoncen-Bureau übergeben habe, ohne die Zeitungen, denen sie zugehen sollten, namhaft zu machen. Dies veranlaßt uns, unfern Glaubensgenossen anzuempfehlen, bei derartigen Aufträgen dem betreffenden Bureau stets mitzuteilen, daß bei der Verteilung der Inserate antisemitische Zeitungen unbedingt auszuschließen sind. Briefkasten der Redaktion. S. K., L. R., Th. SW. u. a. m. Der Frage, ob Richard Wagner jüdischer Abkunft sei, legen wir ebensowenig Bedeutung bei, wie derjenigen, ob tatsächlich der japanische Kriegsheld Kuroki Polnischer Abkunft, oder der Verteidiger von Port Arthur ein Sprößling der mährischen Judenfamilie Stößel sei oder nicht.