Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Berlin
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 549 (sequence 6)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 549 gemeinen deutschen Handelsgesetzbuch" gewürdigt, seine Mitarbeit an der „Deutschen Juristenzeitung" und an den Beiträgen einer Novelle zum Börsengesetz, besonders aber auch den Zauber seiner Persönlichkeit in das hellste Licht gesetzt. Und er war auch unser! Er war und blieb ein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens; er opferte seine Ucberzeugung nicht, um die Stelle zu erreichen, die ihm gebührte und nicht eingeräumt wurde — weft er ein Jude war. Nicht er hat dabei verloren, auch nicht das Judentum, sondern unser Vaterland, das die Entfaltung der größten Fähigkeiten seiner besten Söhne verhindert steht durch das alberne Vorurteil der Mucker und hirnverbrannten Chauvinisten! Im 75. Lebensjahre ist in Berlin der Maurermeister Markus Adler verschieden, der unserem Vereine fast von der Begründung desselben angehörte und durch seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Erziehung der jüdischen Jugend zum Handwerk hervorragend im Sinne unseres Vereines wirkte. In der Organisation des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes war er technischer Dezernent. Eine Schöpfung dieses Bundes ist die jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee, die in Adler einen eifrigen Förderer verloren hat. Der Entschlafene hat ferner dem Verein für Arbeitsnachweis seine Tätigkeit in aufopfernder Weise gewidmet. Auch in städtischen Ehrendiensten war der Verstorbene tätig. In der Nacht zum 22. September ist der in allen ärztlichen Kreisen hochgeachtete Geh. Sanitätsrat I)r. Adolf Abraham im Alter von 78 Jahren von langem Leiden erlöst worden. Er hat der Aerztekammer und dem Vorstande der Berliner medizinischen Gesellschaft angehört, als Mitglied der Schuldeputation im Sinne einer freiheitlichen Entwicklung der hauptstädtischen Volksschulen mitgewirkt, als Vorsteher des Hilfsvereins für jüdische Studierende Segensreiches geleistet und sich auch als treues Mitglied unseres Central-Vereins, dem er bei der Begründung sofort beitrat, bewährt. Er ruhe sanft! In einem „Galizische Händler" überschriebenen Artikel beklagte sich die „Staatsbürger-Ztg." darüber, daß ausländische Händler in jedem Materialwaren- und Grünkramladen ihre Waren feilböten, Warenbestellungen entgegennähmen, oder wenigstens solche zu erhalten versuchten. Beides sei strafbar und mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder entsprechender Haft zu ahnden. Daran knüpft der Antisemiten-„Moniteur", der sonst gegen „Denunziation" zu wüten pflegt, folgende niedliche „Denunziation": „Es würde, wie sich heute die Dinge im Eierhandel entwickelt haben, durchaus angebracht sein, wenn die deutschen Händler jenen Ausländern etwas mehr auf die