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Im deutschen Reich · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. 520

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Elias Jakob, Walter Seligmann und der Glaubenswechsel
Date
1904-10-01
Page
520 (sequence 4)
Language
German
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520 Im deutschen Reich. trauensstellung einnahm, hat unter dem angenommenen Namen Jakob in der von einem Schriftsteller jüdischer Abkunft herausgegebenen Zeitschrift „Die Zukunft" einen Aufsatz über „Das Wesen des Judentums" veröffentlicht, in dem er nachzuweisen sucht, daß „das Judentum rin verfehltes Unternehmen ist, für daS es nur einen Ausweg gibt: Die Liquidation oder den Konkurs". Er hat in jenem Aufsatz mit einem unverkennbaren Mangel an Logik die Behauptung aufgestellt, daß die neuerdings erst von Moritz Lazarus in so Helles Licht gestellte durchaus folgerichtige „Ethik des Judentums" unlogisch sei und er hat es auf diese angeblich unlogische Ethik zurückgeführt, daß so wenige Juden sich taufen lassen. Er hat dem Judentum die Aesthetik rundweg abgesprochen, während es diese nur ablehnt, wo sie auf Kosten der Sittlichkeit gepstegt wird, aber hochhält, wo sich das Schöne gut, das Gute schön gestalten läßt. Durch lauter Trugschlüsse ist er dazu gelangt, seinen Stammesgenosscn zu raten, sobald als möglich unterzutauchen und als Juden zu verschwinden, und zwar aus reinen Nützlichkeitsgründcn und weil er im Judentum das Aefihetische nicht, wohl aber eine unlogische Ethik gefunden habe. Daß er im Christentum Besseres gefunden hat, behauptet er garnicht, eher das Gegenteil und zwar in Ausdrücken, die an dieser Stelle nicht wiedergegcben werden sollen, weil dies mit der Achtung unvereinbar ist, welche die Tochtcrreligion des Juden-- tums, zu der sich viele Millionen unserer Mitbürger bekennen, auch von jüdischer Seite verdient. Der erwähnte mehr sophistische als philosophische Aufsatz über das „Wesen des Judentums" ist durch Herrn Dozenten vr. I. Elbogen im Julihefte dieser Zeitschrift treffend widerlegt worden. Fast zu gleicher Zeit hat aber der Verfasser jenes Konvertiten-Artikels durch eine im Juli d. I. in der „Zukunft" veröffentlichte Entgegnung des Predigers am israelitischen Tempel in Hamburg, Herrn vr. Paul Rieger, eine schneidige Abfuhr erlitten, die durch den Balsam des Herrn Maximilian Harden mit der Redensart von „der feinen und klaren Distinktion zwischen ethischen und ästhetischen Lehensregungen im Judentum" kaum gelindert werden konnte. Darüber hat sich Herr Wiltkowsky-Harden keineswegs getäuscht und er hat deshalb Mittel und Wege gesucht, seinen unglückseligen Schützling, der nach dem wohlverdienten Verlust seiner Stellung cus jüdischer Gemeindebeamter „wenigstens als Jude" bereits „untcrgetaucht" sein dürste, nicht bei der Gemeinde, aber in der öffentlichen Meinung zu rehabilitieren. Ein solcher Versuch ist aller Wahrscheinlichkeit nach der in dem Heft Nr. 50 (IO. September d. Js.) der

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