Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- Dresden
- Date
- 1904-09-01
- Page
- 492 (sequence 3)
- Language
- German
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492 Hm deutschen Reich. Königs. Ministerium des Innern hat sich Hahin ausgesprochen daß zu einem Einschreiten im Aufstchtswege kein Anlaß vorliege. Wennschon hiernach eine weitere Verfolgung der Angelenheit ausgeschlossen erscheint, hoffen wir, daß die von uus unternommenen Schritte der Wiederkehr eines so bedauerlichen Vorkommnisses entgegenwirken werden." (Es ist immerhin erfreulich, daß der Vorstand der Dresdener Religronsgemeinde trotz der ungünstigen sächsischen Verhältnisse remonstriert hat, während manches Mal an andern Orten, wo die Dinge günstiger liegen, in ähnlichen Fällen geschwiegen wird — um sich nur um Gotteswiüen in den maßgebenden Kreisen nicht mißliebig zu machen! — Die Redaktion.) Die von Eduard Riesen herausgegebene hiesige Fachzeitschrift „Künstliche Blumen" brachte im 22. Hefte einen „Ein verkanntes Mittel zur Förderung unseres Auslandsgeschäftes" überfchriebenen Artikel, dessen Verfasser über einen Meinungsaustausch berichtet, den er über diesen Gegenstand mit dem weitgereisten bayrischen Professor Martin Hing er! hatte. Er sagt dabei: „Wie viele Länder gibt es, woder deutsche Kaufmann betrogen, gemißhandelt, ausgebeutet und zurückgesetzt wird, ohne daß unsere Regierung energische Maßregeln ergreift? Prof. Hingerl, ein guter Deutscher, weist mit Empörung auf die Chikanen hin, denen die deutschen Geschäftsleute jüdischen Glaubens in Rußland ausgesetzt sind. Das lassen unsere Gesandten und Minister zu, weil sie nicht ahnen, daß gerade dieser jüdische Kaufmann der Förderer deutschen Wirtschaftslebens und deutscher Sprache ist, dem wir auch im Orient viel verdanken. Das sagt ein Katholik, und ich. ein Protestant, unterschreibe es, um ähnlicher Erfahrung willen. Die Chikanen, die uns Rußland zugesügt hat und noch zufügt, weil jene Kaufleute jüdischer Religion sind, kosten uns Millionen. Unser Handel würde sich um Millionen heben, wenn diesen Chikanen ein Ende gemacht würde. Rußland würde selbst dabei profitieren. Cs ist ein Blödsinn, in derlei Dingen von Religion zu reden; es handelt sich um unsere Landsleute, um unseres Vaterlandes Wohlergehen. Würde hiernach gehandelt, so hätte man der russischen Regierung längst schon von Berlin aus mit dem nötigen Nachdruck begreiflich gemacht, daß deutsche Staatsbürger, Leute, die Deutschlands Handel und Industrie nützlich sind, nicht in der von Rußland beliebten Weise behandelt werden dürfen. Jene chikanierten Vertreter unseres Geschäftslebens kennen ihr Publikum und überwinden Schwierigkeiten mancher Art, an die man draußen nicht denkt. Wer weiß, wie viel Langmut rin Kaufmann im heutigen Rußland