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Im deutschen Reich · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. 484

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Berlin
Date
1904-09-01
Page
484 (sequence 4)
Language
German
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484 $m deutschen Reich und daneben auf eine Reform unseres Wirtschaftslebens hinarbeiten, dann vermag auch der schlaueste Jude einen Deutschen nicht aus seiner Stellung zu verdrängen. Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß auch die große Stadt der Intelligenz noch einmal diesen Weg geht." Vor diesem Weg hat die „Staatsbürger-Ztg.", bei der „Geschäft immer Geschäft" ist, selbstverständlich einen tiefen Abscheu; sie erträgt eher die Grobheiten des Grafen Pückler und verwahrt sich dagegen, daß sie oderandere Leute „seine edlen Ziele" verkennen könnten. Sie erklärt vielmehr: „Die „Staatsbürger - Ztg." erblickt in dem Grafen Pückler einen von heiliger Begeisterung für sein deutsches Vaterland getragenen Mann, dem es mit der Losung der Judenfrage bitter Ernst ist. Ob zwischen der „Staatsbürger-Ztg." und dem Grafen Pückler vielleicht Meinungsverschiedenheiten über die Methode des Kampfes, sowie über die Formen der Agitation und Ausdrucksweise vorhanden sind, tut hier nichts zur Sache." Dazu bemerkt die antisemitische „Deutsche Wacht": „Wir unserseits können nur die Erklärung wiederholen, die schon im Jahre 1901 auf dem Eisenacher Parteitage gegeben wurde, daß Graf Pückler der Reformpartei nicht' angehört und auf eigene Faust seinen Kampf gegen das Judentum führte Das hat er seitdem ungehindert weiter getan und in einer seiner Radauversammlungen feine unverblümten Aufforderungen zur Gewalttätigkeit wieder einmal als nur „bildlich" gemeint, abgeschwächt, sich aber entschieden dagegen verwahrt, daß seine bilderreichen Phantasien in das Ressort des Irrenarztes gehören. Sehr richtig bemerkt dazu das „Kleine Journal": „Das mag seine Auffassung sein. Ob es freilich auch die Auffassung unserer Gesetzeshüter ist, deren Aufgabe es ja wohl ist, den Frieden der verschiedenen Gesellschaftsklassen zu wahren, das bleibt abzuwarten ..." — Wir fürchten, daß man so lange abwarten wird, bis ein vom Grafen Pückler aufgereizter Bursche einen mit einem orientalischen Aeußern begabten Antisemiten irrtümlich für einen Juden halten und in „nichtbildlicher" Weise totschlagen wird. Dieses Schicksal hat vor wenigen Wecken einen Verwandten des ungarischen früheren Kultusministers Wlastcz, einen Eisenbahnbeamten aus Sillein, in dem Dorfe Brodno ereilt, wo di? gegen die Juden aufgehetzten flovakijchen Bauern den vergebens sein Christentum Beteuernden erbarmungslos totschlugen. Auch andere „Kesselflicker" dürften kaum in der Lage sein, zu fassen, was „nur bildlich" gemeint ist. „Das Judentum in Deutschlands Vergangenheit" lautete das Thema eines kürzlich von Herrn Winkler in der Ortsgruppe Centrmu

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