Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- Berlin
- Date
- 1904-09-01
- Page
- 485 (sequence 5)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 485 des „Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes" gehaltenen Bortrages, dessen Inhalt von einer scharfen antisemitischen Tendenz durchdrungen war. Nach einem Berichte der „Staatsbürger- Zeitung" beklagte der Vortragende besonders den „Humanitätsdusel", den Leffing in seinem „Nathan der Weise" geschürt habe, sowie die seiner Ansicht nach „traurigen Folgen der Emanzipation." In der freien Aussprache erläuterte Redakteur Döring die inneren Gründe des modernen Antisemitismus, insbesondere der Berliner Bewegung. — Die jüdischen Chefs, die in ihren Geschäften junge Leute haben, die in der Ortsgruppe Centrum des gedachten Verbandes mit solchen Ansichten erfüllt werden, sind zu bedauern! — Der „DeutschnationaleHandlungsgchilfen-Verband, Zweigvcrein Schönhauser Dorstadt", feierte am 7. August ein Sommerfest im Restaurant Lindner in Pankow. Wie die „Staatsbürger-Zeitung" mitteilt, waren die Mitglieder des „Reformvereins Pankow" und des „Deutschen Vereins Norden" fast vollzählig erschienen. — „Sage mir, mit wem Du umgehst und ich will Dir sagen, was Du bist!" Die „ Staats b.-Ztg." berichtet: „Ein großer Judenfreund, der katholische Pfarrer vr. Friedrich Frank in Königshofen. langjähriges Mitglied des Deutschen Reichstages und der bayrischen Abgeordnetenkammer, ist gestorben. Frank hat verschiedene Werke herausgegeben, in denen er die Stellung der Katholiken zur Judensrage darlegte und den Antisemitismus totschlagen wollte. Auch in der Schächtfrage hat er oft das Wort ergriffen und ähnlich d:m großen Sänlenheiligen des Zentrums vr. Lieber die Antisemiten häufig „vernichtet". In seinem zuletzt erschienenen Werke „Der Ritualmord" (veranlaßt durch den Mord in Könitz) suchte Frank nachzuweiscn, daß sich in den Schriften der Juden kein Anhaltspunkt für den jüdischen Ritualmord finde." — Das Hinscheiden eines katholischen Geistlichen, von dessen edlem Wirken ein Antisemitcnblatt solches in feindseliger Weise berichtet, wird sicher in jüdischen Kreisen aufrichtig beklagt werden. Vor wenigen Wochen erst erhielten wir von Herrn vr. Friedrich Frank, Pfarrer an St. Elisabeth b. g. Rat, für die Uebersendung einer Schrift Schleidens den Ausdruck „verbindlichen Dankes". Das Andenken dieses Gerechten ist ein gesegnetes! + Grande»;, 2. September. Dem „Geselligen" wird folgendes aus Bland au berichtet: „Bei Herrn H. wohnt die Witwe des am Pfingstsonntag in der Weichsel verunglückten Tischlermeisters Thierling. Herr H. hat der Witwe sogleich freie Wohnung gewährt und sich ihrer auch sonst angenommen. Viel Sorgen machten der Witwe