Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Berlin
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 423 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. m Die zur Begründung des Judentages am 27. Dezember 1900 einberufene Versammlung lehnte aber diesen Plan mit überwältigender Mehrheit ab. Nachdem hierauf Herr Justizrat I)r. Fuchs die Bildung einer alle bestehenden Gemeinden, Korporationen, Vereinigungen usw. umfassenden Gesamtvertretung angeregt hatte, beauftragte die Versammlung den Ausschuß der fünf Herren, das Erforderliche zur Schaffung einer solchen Gesamtoertretung im Sinne des Fuchs'schen Vorschlages zu veranlassen. — Wie dann die Besprechungen im größeren Kreise und in stiller Arbeit die Hauptversammlung vom 24. April und die dort erfolgte Begründung der Gesamtoertretung vorbereitet wurde, sei bekannt. Danach liege die Sache so, daß Herr Justizrat Breslauer zuerst den Gedanken des Jndentages gefaßt, Herr Professor Dr. Philipp so n diesen Gedanken in die Presse gebracht habe, Herr Justizrat Dr. Fuchs der Urheber des Gedankens der Gesamtvertretung sei, wie ste jetzt bestehe. Dies müsse festgesteüt werden, damit nicht, wie es inzwischen geschehn, die Urheberschaft von Personen in Anspruch genommen werde, denen sie nicht zustehe. So habe z. B. in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" kürzlich gestanden, daß in einer Nummer des Blattes vom Jahre 1893 Herr Di'. Kaftan diese Idee bereits klar und deutlich entwickelt habe; während der betreffende Artikel tatsächlich nur die Selbstverteidigung in der Oeffentlichkeit gegenüber antisemitischen Angriffen empfohlen habe, ein Gedanke, der in der damals längst veröffentlichten Löwenfeld'fchen Broschüre „Staatsbürger oder Schutzjuden" dargelegt und in dem damals längst in der Bildung begriffenen „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" verwirklicht worden sei.*) Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz schloß die Versammlung mit Worten des Dankes an die Versammelten für ihre treue Mitarbeit, während Herr Professor Dr. Philippson im Namen der Versammelten dem bisherigen Leiter für seine jahrelange hingebende Arbeit im Dienste der allgemeinen Sache herzlich dankte. *) Nicht unerwähnt darf bei dieser Gelegenheit bleiben, daß der vorbereitende Ausschuß gegenüber der kühlen Aufnahme, welche die An. Gelegenheit ursprünglich in den Kreisen der Glaubensgenoffen gefunden hatte,' seine Alberten vorläufig eingestellt hatte, als infolge einer Anregung seiten eines in Frankfurt a M. zusammengeLretenen Comitvs in diesem Orte eine Versammlung von Glaubensgenossen aus allen Teilen Deutschlands zusammentrat und tum vorbereitenden Ausschüsse den Auftrag zu energischer Förderung der Sache erteilte. Erst hierdurch ist die Förderung der Angelegenheil von neuem in die Hand genommen und die Sache zum Ziele geführt worden.