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Im deutschen Reich · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. 408

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-07-01
Page
408 (sequence 2)
Language
German
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408 Fm deutschen Reich. für ein gewisses Publikum diese „Polterei" nicht nur vollständig genügt, sondern sogar zugkräftiger ist als Geist, Bildung oder Wahrheitt liebe, ist dennoch eine Tatsache, mit welcher der richtige Geschäftsantisemit rechnet. Nicht ohne Grund sagt die antisemitische Magdeburger ,Sachsenschau" über den Verbrauch von Lorbeer bei Ehrungen antisemitischer Führer: „Der massenhafte Gebrauch ist wohl darauf zurückzusühren, daß das Zeug in Berlin wie Unkraut wild wächst". Der mit diesem „Ruhmesgemüse" reichlich bedachte Herausgeber der „Staatsbürger-Zeitung" Wilhelm Bruhn hat am 17. Juni d. I. in der Hauptoersammlung des „Deutschen Antifemiter,-Bundes* bei Erstattung des Berichts über das verflossene Geschäfts jabr zwar behauptet, d.ch der Bund in letzter Zeit wesentlich geststlgt und machtvoll vorwärts gebracht worden sei, aber es kann damit nicht weither sein, da in der Versammlung die Notwendigkeit betont wmde, der lebhaften Konkurrenz anderer antisemitischer Organisationen mehr als bisher Rechnung zu tragen. Dabei zeigte sich sofort wieder die von Dr. Paul Förster schon vor Jahren beklagte Geistesarmut, denn man saß wreder auf dem Mittelstand fest. Man erklärte, daß in Anbetracht des Umstandes, daß in den politischen Kämpfen die wirtschaftlichen Jntereffen mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt würden, der „Deutsche Antisemiten-Bund" feine wirtschaftlichen Ziele in seinem Namen mehr zum Ausdruck bringen muffe. Demgemäß wurde beschlossen, den Namen „Deutscher Mittelstands-Bund" anzunehmen. In dem agitatorischen Vorgehen des Handwerker-Bundes sei aufgefallen, daß sich dieser besonders in solchen Wahlkreisen organisiere, die bereits durch Abgeordnete der Deutschen Resormpartei vertreten seien. Die „Staatsbürger-Zeitung" würzte ihren Ver sammlungsbericht noch durch folgende Aeußerungen über das Vorgeben des Handwerkerbundes: „Es ist aus der ganzen Art klar erkennbar, daß nicht sachliche, sondern rein persönliche Gesichtspunkte maßgebend sind. Die Behauptung, der Bund der Handwerker sei nichts weiter als eine verkappte Organisation des Bundes der Landwirte, wird durch sehr wichtige Vorgänge bei den Maßnahmen des Handwerker-Bundes unterstützt. Das Verhalten des Bundes wird nur Zwietracht und Flachet in die Reihen derjenigen Handwerkerkreise tragen, die unserer Sache angehören. Die auch vom Handwerker-Bunde, ebenso wie vom Bund der Landwirte proklamierte sogenannte „Trkrik der Unparteilichkeit" führt zu nachteiligen Folgen für unsere Organisationen und damit für die Jntereffen des Handwerkerstandes; denn der Deutsche Antisemiten-Bund,

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