Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 407 (sequence 1)
- Language
- German
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407 Umschatt. Mie neuesten Vorgänge in der antisemitischen Partei frischen die Erinnerung an ein herbes Urteil auf, welches Prof. Dr. Paul Förster bereits vor sieben Jahren über das Treiben seiner eigenen Parteigenossen gefällt hat. In einem im Sommer des Jahres 1897 an den Abg. Oswald Zimmermann gerichteten Schreiben begründete nämlich der damalige Reichstags-Abgeordnete Dr. Paul Förster seinen Austritt aus der deutsch-sozialen Reformpartei mit den Worten: „In der sozialen Politik fehlt es nur noch an der rechten Stellungnahme und an der rechten Auslegung unseres vorläufig brauchbaren, indes doch nicht ausreichenden Programms. Mittelstand und Mittelstand, daraus sitzen wir fest, ohne daß recht ersichtlich wird, was wir wollen und was wir nicht wellen. . . . Demgemäß wird unsere Bewegung auch im Lande keine reckten Fortschritte machen. Stillstand und Mangel an Leben überall! Oder zu viel Leben, das heißt oberflächlicher Radau mit verbrauchten Schlagworten!" Ob seitdem Prof. Dr. Förster bei seinem jetzigen Genossen Hans v. Mosch und Rechtsanwalt Jüngst gefunden hat, was er in der Gefolgschaft Oswald Zimmermanns vermißte, oder ob er im „Deutschen Volksbund" sich inzwischen mit dem „oberflächlichen Radau" ausg'söhnt hat, ist gleichgiltig. Die Richtigkeit seines vor sieben Jahren gefällten Urteils wird dadurch nickt beeinträchtigt; übrigens hat sich einer der ältesten deutschen Antisemitenführer Theodor Fritsch (der Herausgeber des famosen ^Antisemiten-Katechismus") über gewisse „Wortführer" in der neuesten Zeit fast noch absprechender geäußert. Er schreibt in seinem Organ „der Hammer": „Wenn die Hebräer bezahlte Agenten in das antisemitische Lager geschickt hätten, damit sie sich dort als Antisemiten aufspielten und durch Verflachung und geistige Verödung die ganze Bewegung versumpften, ste hätten es nicht erfolgreicher tun können, als gewisse antisemitische Wortführer und Blattchenschreiber mit ihrer oberflächlichen Polterei." Daß aber