Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 403 (sequence 4)
- Language
- German
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Mitteilungen der Gesellschnft zur Erforschung rc. 403 heidon Enden befindlichen Stäbe (Ez ohajim, Lebensbaum) wird ein Süberschmuck (Rimonim) gestülpt. Seit dem 48. Jahrhundert wird hierfür die Form des Granatapfels üblich. Häufig sind die Rimonim mit silbernen Kronen (Kether) versehen. Um die Rolle wird ein silberner Schild (Tass) gehängt und am oberen Ende ist an einer Jtitte der Weiser (Jad, Hand) befestigt, mit dem beim Vorlesen die Zeilen angezeigt werden. Für alle diese Gegenstände, ferner für das Vorbeterpult, das Lefepult, das ewige Licht, welches vor der Bundeslade brennt, das Seelenlicht zum Andenken an die Verstorbenen, den achtarmigen Chanukah- Lcuchter, die Kronleuchter, Stand- und Wandleuchter, die bei Beginn der Sabbathfeier gebrauchten Xiddu^eb-Becher, die Gewürzbüchse O'.^omim-Türmchen, weil sie häufig die Form eines silbernen Turmes haben), welche am Ausgange des Sabbath gebraucht wird, die Waschgeräte, aus denen die Leviten die Hände der Kohanim übergießen, ehe diese den Segen spenden, die Stühle für den Rabbiner und den Vorbeter, die Bcschneidungkstühle, den Trauhimmel (Chnppah) sind überall schöne Muster abgebildet, und bei jedem einzelnen dieser Geräte sind Notizen über ihre Bestimmung, sowie kunstgeschichtliche Bemerkungen über die Form, die in den verschiedenen Zeiten für dieselben üblich waren, beigefügt. In der gleichen Art werden das Schofar (das Widderhorn, das an den hohen Feiertagen geblasen wird), der Opferstock, das Waschbecken und der Brunnen, ferner die Megilla (die Schriftrolle des Buches Esther) und die Gebetbücher vorgcführt. Im zweiten Abschnitte dieses Heftes wendet sich Herr Frauberger zu den Kultusgegenständen für das Haus. Die im Wohnhause eines wohlhabenden frommen Juden zur Verwendung kommenden Kultusgegenstände sind noch zahlreicher als die in der Synagoge gebräuchlichen. Strenge Vorschriften für deren Form finden sich nur selten. Dem Künstler ist fast immer volle Freiheit für die Ausschmückung gelaffen, fodaß er nach Belieben auch figürliche Darstellungen in Malerei und Plastik anwendcn kann. Es werden oft aus der bilderreichen Sprache der Bibel Motive herangezogen, die dem Gegenstände einen besonderen Reiz verleihen. Deshalb finden sie auch selbst in Fallen, wo ihr Zweck dort unbekannt ist, bereitwillige Aufnahme in Kunstgewerbemuseen. Frauberger führt die sämtlichen Kunstgegenstände unter 20 Nummern auf. Der Raum gestattet uns leider nur wenig wehr als die Namen zu erwähnen. Am Türpfosten ist die Mesusa, ein kleiner Behälter, meist aus Holz, für ein darin befindliches, mit hebräischer Schrift beschriebenes Pergamentröllchen mit Bibelworten befestigt.