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Im deutschen Reich · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
Mitteilungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler
Date
1904-07-01
Page
402 (sequence 3)
Language
German
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402 Im deutschen Reich gearbeiLoren geschnitzten Füllungen im gotischen Stil geschmückt. 2)a untere Teil des Schrankes diente vielleicht als Genizah, d. h. als Behältnis zur Aufbewahrung der außer Gebrauch gekommenen heiligen Bücher. In der talmudischen Zeit wurden die Schreine selbst auf der. Straß; herumgetragen, waren also beweglich. Seit wann fie zu den Immobilien zu rechnen sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Jedenfalls stad sie schon im 16. Jahrhundert fest mit der Ostwand verbunden, so z. B. in Worms und in Padua. Zur Ausstattung des Thoraschreines gehört auch der Vorhang. Paroches genannt. Derselbe wird in den spanischen und portugiesischen Synagogen im Innern des Schreines angebracht, in den polnischen und deutschen dagegen außerhalb der Türen. Die Farbe der Vorhänge ist verschieden. Am Jahrestage der Zerstörung Jerusalems wird in einigen Synagogen ein schwarzer Vorhang gewählt, in andern fehlt er an diesem Tage ganz. Am Versöhnungstage ist häufig ein weißer Vorhang in Gebrauch. Die Vorhänge sind fast sämtlich aus Seide oder Sammt und reich mit Silber- oder Goldstickereien, auch wohl mit Aufnäharbeit aus weichem Leder versehen. Die Stickereien stellen am häufigsten die Löwen (das Wappen des Stammes Juda) dar, ferner die 4 Kronen (der Lehre, des Königtums, des Priestertums und des guten Namens) u. s. w. Für die Herstellung der Thorarollen selbst, welche bekanntlich die vollständigen 5 Bücher Moses enthalten, bestehen strenge Vorschriften, welche eine künstlerische Ausschmückung ausschließen. Die Thorarolle ist meist aus Pergament, vereinzelt aus Leder gearbeitet. Bei den Portugiesen wird sie um einen Stab gewickelt. Jetzt rollt man sie meist um zwei am Anfang und am Ende der Rolle befestigte Stäbe, welche Ez eliajim, Baum des Lebens, genannt werden. Die Thorarolle wird zufammengehalten durch eine Binde. »Wimpel" genannt. Diese werden von Knaben mitgebracht, wenn sie zum erstenmal das Gotteshaus besuchen. Wir fügen hinzu, daß zu diesem Zweck häufig dis in 4 Streifen geschnittene und zusammengenähte Windel verwandt wird, in welcher der Knabe während der Beschneidung lag. In verzierter hebräischer Schrift sind auf derselben die Namen des Knaben und seines Vaters, Jahr und Tag der Geburt, sowie der Segensspruch gestickt: „Er wachse heran zur Thora, zur Chuppah und zu allen guten Werken." Zwischen den Buchstaben zeigen sich oft Bilder, z. B. der Vorleser, der die Thorarolle festhält, der Trauhimmel mit dem Brautpaar darunter und dergleichen mehr. Der Thoramantel, mit dem die Rolle umhüllt wird, ist aus Seide oder ^ammt gefertigt und reich gestickt. Ueber die Holzspitzen der an den

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