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Im deutschen Reich · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. 341

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-06-01
Page
341 (sequence 8)
Language
German
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Umschau. 311 Untat in Bedrängnis und Elend geraten, haben schon die göttliche Allmacht um die Lösung dieses furchtbaren Rätsels angrsleht! Endlich, endlich, ist man nun in der Lage, auch die-e Frage beantworten zu zu können, und zwar mit einem Ja!! In nicht aUzuferner Zeit wird, wie wir von bestunterrichteter Seite benimmt erfahren, der hiesigen Bevölkerung volle Aufklärung über die Schreckenstat zuteil werden!! Es können Tage, es können Wochen, es können Monate (?!) bis dabia vergehen, koch der Tag ist nahe, an dem auch dieses Rätsel seine Lösung finden wird. Leider können wir vorläufig weiter nichts mitteilen. doch meinen wir. daß die Gewißbeit allein genügen wird, um in unserer Bevölkerung ein Gefühl der Beruhigung in dieser Angelegenheit hervorzurufen." Solche Beruhigung aufkommen zu lassen, liegt aber gar nicht im Plane der Angehörigen Brudns, welche in der beständigen Auffrischung des Rrtuatmord - Märchens ibren lohnendsten .Erwerbszweig" erblicken. Die .Staatsbürger Ztg." bezeichnet alle Kombinationen von ihrem .lieben Maßloss" als haltlos und kaut dabei die bekannten Redensarten von der .blutleeren Leiche" und der regelrechten .Abschlachtung des jungen Mannes" wieder, als ob alle gegenteiligen amtlichen Feststellungen nicht vorhanden oder wertlos wären. Sie sagt zuletzt: .Eine Tat, wie die Ermordung Ernst Winters, deren Begleiterscheinungen darauf Hinweisen, daß ein ganzes Komplott von Mördern vorhanden sein muß, kann nicht von Maßloff und seinem Schwager Berg, wie angenommen wird, und den weiblichen Angehörigen, die wahrscheinlich auch noch mit in Betracht gezogen werden, verübt worden sein. Wir können nur unserm Bedauern darüber Ausdruck geben, daß über eine christliche Familie, über die durch die Mordsache schon viel Leid gekommen ist, aufs neue das Unglück hereinzubrechen scheint." Das Unglück der jüdischen Familien, die unschuldig durch die Ritualmord-Lüge ins Elend gekommen sind, rührt diese Herren natürlich nicht. Bei dem Festkommers, der aus Anlaß der Strajbeenoigung Brudns in den „Germania- Sälen" abgehalren wurde, wagte es der Abg. Oswald Zimmermann, es als ein Verdienst des „Märtyrer Bruhn" zu bezeichnen, daß er bestrebt gewesen sei, „die dunklen Fragezeichen Könitz, Skurz und Tanten zu erklären und jene von der jüdischen Sphinx der modernen Welt aufgegebene Rätsel zu lösen". Wenn er in der Form gefehlt habe, so stehe über dem Formelkram der Gedanke, „es nicht zur Ruhe kommen zu lassen, daß rrngeiühnte Morde zum Himmel schreien". An dem guten Willen der Antisemiten, die Welt nicht in Rüde zu lassen, wird niemand zweifeln; das Rätsel in Könitz dürste aber aller Wahrschem-

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