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Im deutschen Reich · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. 340

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-06-01
Page
340 (sequence 7)
Language
German
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34» Im deutschen Reich. die Untersuchungsbrhörden, einer neuentdeckten Spur folgend, ein Strafverfahren gegen die vielfach verdächtigten Personen Maßloff. Levy. Frau Roh und Frau L-vy einleiteten, fas lt das Blatt von einem »Irrweg", auf den die Staatsanwaltschaft von einem „jüdischen Verdmikelungs- Komitee" gedrängt worden sei. Daß weder der Journalist Zimmermann, noch die konservative „Elbinger Ztg.", noch die „Preuß Kornsp ", welche ausführliche Mitteilungen über die „neueSpur" brachten, Beziehungen zu Juden haben, zeigt, wer hier wieder verdunkeln will. DieKonitzcr Behörden haben das Strafverfahren auch sicher nicht nur eingeieitet, um die .illustre Familie Maßlrff-Levy-Roß" von einem schmählichen Verdachte zu reinigen, sondern sind durch außerordentliche Indizien veranlaßt worden, die ernste Sache wieder aukzurül'ren. Das .Berliner Tageblatt" hat am 1. Juni unter der Ueberschrist .Eine sensationelle Wendung in der Äonitzer Affaire" ausführlich mitgeteilt, wie es kam, daß sich der gravierendste Verdacht aus Maßloff und dessen Angehörige lenkte. Es berichtete dabei: .Man nimmt an, daß Maßloff, unvermutet in seiner Wohnung erscheinend, den Winter dort in einer heiklen Situation angetroffen und ihn im Affekt getötet hat. Nach vollbrachter Tat hat dann Maßloff — immer nach der Auffassung der Untersuchungsbehörde — im Verein mit Berg und vielleicht auch mit Hilfe seiner übrigen — weiblichen — Angehörigen den Leichnam des Getöteten zerstückelt und nachdem in nächster Nähe der Maßloffjchen Wohnung belcgenen Mönchssee geschafft und einen Teil der Gliedmaßen dort versenkt. Wie wir hören, ist Maßloff, der nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause eine Zeitlang nicht auszufinden war, dieser Tage in einer Fabrik in Halberstadt ermittelt und von einem eigens zu diesem Zwecke dorthin gereisten höheren Beamten verhaftet worden." Dieser Bericht hat sich zum Teil als unzutreffend erwiesen; insbesondere ist die Verhaftung Maßloffs von zuverlässiger Seite bestritten worden. Daß aber die Angelegenheit tatsächlich eine sensationelle Wendung genommen hat/ steht fast außer Zweifel. Das „Konitzer Tageblatt", welches als Organ eines Schwiegersohnes des dortigen Fleischer« meisteis Hoffniann f>üher so eifrig den Verdacht der Täterschaft auf feie, Jude« zu lenken suchte, erklärt nun auch eine Lösung des düsteren Rätsels als wahrscheinlich. Es schreibt: „Kommt der gräßlicke, an drm Gymnasiasten Ernst Winter im Jahre I960 Hierselbst verübte Mord oder (um die andere Meinung wiederzugeben) Totschlag noch einmal an da» Tageslicht? Wie viele Tausende und Abertausende haben, speziell in m seren Ostprovinzen, diese Frage wohl schon aufgeworfen, und wie viele, die durch diese

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