Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Der Jude im deutschen Drama
- Date
- 1904-06-01
- Page
- 328 (sequence 3)
- Language
- German
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Hm deutschen Reich. 3*8 wellte, von sich schleudernd — ein Fest und tanzt in vollem Könkgssckmuck. Herodes kommt in kriegerischer Pracht zurück und wähnt seiner Heimkehr das Fest gerüstet, aber sie erklärt ihm, sie habe auf seinem Grabe tanzen wollen. So zwingt sie ihn, sie vor Gericht zu stellen und sie dem Henker zu überliefern. Warum? Weil der Gatte sie als Ding aus seinem Besitz betrachtete, über das er nicht allein im Leben nein auch im Tov verfügen könnte — weil er in seiner Liebrrtyrannei sogar über ihr Leben vorsorglich bestimmte, falls der Tod ihn von ihr trenne. „Du hast in mir die Menschheit Geschändet, meinen Schmerz muß jeder teilen, Der Mensch ist, wie ich selbst; erbraucht mir nicht Verwandt, er braucht nicht Weib zu sein, wie ich", so sprach sie schon das eiste Mal zu Herodes und fragte „Und wenn der Mensch in mir so tief durch Dich Gekränkt ist. sprich, was soll das Weib empfinden, Wie steh' ich jetzt zu Dir und Du zu mir?" Und Titus, dem Römer, dem Fremden, parteilos, ohne Liebe, ohne Haß g> steht sie nach ihrer Verurteilung, daß „sie längst nur noch ein Mittelding von Menschen und von Schatten", daß sie von ihrem Gatten sich sagen mußte „eher gleicht Dein Schalten Dir, als das verzerrte Bild, das er im tiefsten Innern von Dir trägt" „Das hielt ich nicht mehr aus, und könnt' ich's denn? Ich griff zu meinem Dolch, und abgehalten Vom r.'sch versuchten Selbstmord, schwur ich ihm: Du willst im Tode meinen Henker machen? Du sollst mein H nker werden — doch im Leben! Du sollst das Weib, das Du erblicktrst, töten Und erst im Tod mich sehen, wie ich bin!" „Eine Larve tanzte auf dem Fest, eine Larve stand vor Gericht, eine Larve traf das Henkerbeil." Um Mariamnes Andenken zu reinigen, sagt nach ihrem Tode dies Titus dem König, und Alexandra bestätigt, daß ihre Tochter einen Schwur getan „Sich selbst, wenn Du nicht wiederkehren solltest, Den Tod zu geben", kurz bevor ihr der zum Henker bestellte Wächter den neuerlichem Befehl des Königs verraten hatte. Da schwört HerodeS in ohnmächtiger Wut der ganzen Welt Rache — feine Krone soll an Weibes Statt