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Im deutschen Reich · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. 314

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Zur Geschichte der Aufnahme von Juden in die deutschen Burschenschaften
Date
1904-06-01
Page
314 (sequence 2)
Language
German
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314 flnt deutschen Reich. 29. März bis 3. April abgehalten werden sollte, um die Grundsätze für eine allgemeine deut che Burschenjchast zu beraten. Heidelberg delegierte v. Kobbe und den später bekannt gewordenen liberalen Poittiker Wilhelm Adolph Lette (starb 18^8 in Berlin). Vertreter firr Jena war Graf Keller. Den Vorsitz führte Riemann. Dieser legte am 30. März 1818 die 19 Punkte als Grundlage zu einer Burschenschaft vor und brachte sie einzeln zur Abstimmung. § 4 und § 6 standen im Widerspruch zu der Heidelberger Verfassung Carovös, da sie Juden und Ausländer von den Burschenschaften ausjchlosftn. Bezüglich der Ausländer setzte es Heidelberg durch, daß Riemanns Vorschlag den Zusatz erhielt: „daß'eine deutsche Burschenschaft Ausländer unter sich aufnehmen könne, wenn sie nur von ihnen überzeugt sei, daß sie dem Zwecke einer Allgenuinen Deutschen Burschenschaft nicht schädlich, sondert eher förderlich sein wurden!" Ebenso erhielt § 6, daß nur Christen ausgenommen werden könnten, auf Betreiben Heidelbergs den Zusatz, „daß es der Cnt'cheidung der einzelnen Burschenschaften überlassen werde, ob Nichtchnsten ausgenommen werden sollen." (E. Dietz, Neue Beiträge zur Geschichte des Heidelberger Studentenlebens, Heidelberg, 1903, S. 50). Es erfolgten aber noch wettere Beratungen über die Stellungnahme der Heidelberger Burschenschaft zu den in Jena vereinbarten 19 Punkten. Auch bei diesen Verhandlungen handelte es sich wesentlich darum, ob die Heidelberger Burschenschaft ihren Standpunkt inbezug auf die Juden, Ausländer uno das Stimmrecht der Fuchse den Jenenser Anschauungen opfern sollte. Aber die „Philosophen" oder „Hegelianer" behielten in Heidelberg gegenüber den „Deutschen" dre Oberhand. Der 1867 verstorbene Theologe Richard Rothe, ein Heidelberger Burichenjchaster, schreibt in emem Briefe deshalb „von dem durchaus nichngen und hohlen Deurschhertshochmut, der auf eine fast unglaubliche Weise in Jena herrschen muß" und beront, daß die Heidelberger Burschenschaft dabei beharre, „auch Juden und Ausländern, wenn sie sich anders durch die Matrikel das akademische Bürgerrecht erworben, wie jedem anderen den Zutritt zu gestatten." Auch auf dem konstüuiecenden Burschentag in Jena (vom 10. Oktober 1818 an) blieb Heidelberg diesem Standpunkte Neu. Der Burschemag beschloß schließlich am 18. Oktober, wahrscheinlich aus Hemrich von Gagerns (gestorben 1881) Vermittelungsversuche hin, an Stelle der von Jena vorgeschlagenen Vorschrift, daß nur Christen Mitglieder der Burschenschaft werden könnten, „christlich-deutsche Ausbildung zum Dienste des Vaterlandes" zu verlangen. Dre Heidelberger Burschenschafter aber gaben auch gegen diese Faffung ihren Protest

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