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Im deutschen Reich · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. 295

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Berlin
Date
1904-05-01
Page
295 (sequence 6)
Language
German
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Korrespondenzen. 295 werteten verneinend mit dem Bemerken, im Kriege gebe es zwischen Juden und Christen keinen Unterschied, die jüdischen Soldaten haben dieselben Fehler und dieselben Tugenden wie die christlichen. Vor 60 Jahren habe es besser auszesehen als leider heute (Beifall). Die beantragte Erklärung wurde einstimmig angenommen und darauf I)r. Th. Barth-Berlin, Archivdirektor Dr. Georg Winter-Osnabrück, Geh. Baurat a. D. Benoit-Karlsruhe i. B., Stadtrat H. Flinsch und Charles L. Hallgarten-Frankfurt a. M. wieder- und Abg. Professor Dr. Eickhoff-Remscheid neu in den Vorstand gewählt. Wie uns das deutsche Bureau der„Alliance israelite universelle“ mtteilt, bereisen gegenwärtig der Sekretär der „Alliance" in Berlin, Herr Dr. M. Friedländer und Herr Rabbiner Dt. I. Nierower aus Jassy die östlichen Gegenden Deutschlands, um durch Vorträge, die zumeist in den Vereinen für jüdische Geschichte und Literatur stattfinden, einerseits über die Verhältnisse der Juden im Orient, anderseits über die Wirksamkeit der „Alliance" Aufklärung zu verbreiten. Sie sprachen am 13. April in Bromberg (Vorsitzender Rabbiner Dr. Walter), am 14. April in Jnowrazlaw (Vorsitzender Louis Sandler), am 10. Apnl in Thorn (Bors. Prof. Dr. I. Horowitz, der die anschließende Diskussion leitete), am 17. April in Schneidemühl (Vors. Rechtsanwalt Soldin). Ueberall zeigte sich, wie lebhaft das Interesse auch für unsere fernwohnenden Glaubensgenoffen ist, wie gern und eifrig man eine nähere und anschauliche Schilderung ihrer eigenartigen und oft so traurigen Perhältniffe vernimmt und wie alle Herzen sich erwärmen, wenn von jenen großen Vereinigungen gesprochen wird, die seit den Tagen eines Montefiore und Crömieux aufopfernd unseren unglücklichen Brüdern helfen, dem politischen Druck und den Lockungen der Mission zu widerstehen. Die „Staarsb.-Ztg." bezeichnet es als ein traunges Beispiel für die Parteimoral der Sozialdemokraten, daß in einer sozialdemokratischen Anweisung für ausständige Bäckergesellen gesagt wird: Wo Ihr nicht ganz sicher seid, laßt Euch Eure Verbands-Zeitung nach der Schlafstelle schicken. Wollen die Herren Heuchler in ihren Werkstätten haben, gut, so wollen wir Heuchler sein!" Bei den Bäckergesellen erachtet das Antisemitenblatt solche Heuchelei als ein „schäbiges Mittel"; es findet aber für dieselbe Kampfweise der „deutsch-nationalen Handlungsgehilfen", die in jüdischen Häusern ihre Abzeichen versteckt in der Tasche tragen, kein Wort des Tadels. Die „Staatsbürger Zeitung" berichtet in ihrer Nummer vom 26. v. Mts.: „Ein schauriger Fund ist im Grunewald gemacht

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