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Im deutschen Reich · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. 278

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-05-01
Page
278 (sequence 3)
Language
German
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278 Im deutschen Reich. ist es uns nicht egal, wenn vor Tausenden von leicht erregten Hörern Kaiser und Reich als bedroht hingestellt werden, weil dummdreiste Gesetzesverletzungen nicht ungestraft bleiben. Es ist festznnageln, daß von diesen „königstreuen Leuten" zweitausend Bürger dazu verführt werden, ihre angebliche monarchische Gesinnung gegen den Monarchen geltend zu machen, indem sie eine kaiserliche Entschließung durch eine Resolution tadeln, in der wörtlich gesagt wird, „daß mit der Ablehnung eines Immediatgesuchs für den Reichstagsabgeordneten Wilhelm Bruhn die deutschnatinale, monarchische Bewegung Berlins von höchster Stelle eine unverdiente scharfe Zurückweisung erfahren hat." In derselben Versammlung jubelte man auch dem Grafen Pückler zu, als der frühere Gardeoffizier rundheraus sagte, für den Fall der Anstellung jüdischer Offiziere täten die Grenadiere recht, wenn sie bei der ersten Gelegenheit auf diese Vorgesetzten schießen. Die Zuhörer waren auch nicht minder entzückt, als der gräfliche Revolutionär fortfuhr: „Der sogenannten ersten Gesellschaft, die so über alle Maßen verlumpt und verliedert ist, der müssen wir mal den Standpunkt ganz gehörig klar machen. Fort mit de» feinen Salonleuten, die immer nur an ihre schönen Kleider denken; fort mit den Fahkes und mit den Jammerkerls, fort mit den Drohnen, den Parasiten und den Schmarotzerpflanzen, die immer uur genießen wollen, ohne zu arbeiten; fort mit den liberalen und freisinnigen Theologen, welche auf der Kanzel ihren Herrn und Meister verleugnen; fort mit den feigen und schlappen Parlamentariern, welche nicht den Mut besitzen, der Regierung ganz energisch die Wahrheit zu sagen, und welche immer ja sagen zu allen den dummen und albernen Gesetzen, welche in letzter Zeit fabriziert worden sind; fort mit den Staatsanwälten, welche immer nur Leute quälen, fort mit den Richtern, die zu viel Rücksicht auf die Juden nehmen, fort mit den Staatsmännern, die sich nur mit den Juden herumtreiben und das eigene Volk im Stich lassen; fort mit den Höflingen, die zu feige sind und zu schlapp, um ihren Herren und Gebietern die Wahrheit zu sagen; fort mit den Fürsten, die das eigene Volk im Stichelaffen unk nur dem Auslande nachlaufen." Graf Pückler hat am wenigsten Grund, sich über die Staatsanwälte und Richter zu beklagen, denn der Antrag des Staatsanwalts in Glogau, die dem Stationsvorsteher Jüttner in Klein-Tschirne zugefügte Ehrenkränkung mit 100 Mk. Geldstrafe zu sühnen, zeugt ebensowenig wie der aus 50 Mk. Geldstrafe lautende Spruch des Gerichtshofes von irgendwelcher Voreingenommenheit oder Rücksichtnahme auf die Juden. Er

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