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Im deutschen Reich · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. 193

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Juden als Soldaten
Date
1904-04-01
Page
193 (sequence 5)
Language
German
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Die Juden als Soldaten. 193 ich frage Sie: liegen hier nicht die schwersten Verletzungen der Verfassung vor? Ist es nicht aller Welt bekannt, daß ein jüdischer Einjähriger — und sei er militärisch noch so tüchtig — heute kaum noch zum Unteroffizier befördert wird? Und ich frage den Herrn Kriegsminister: ist in der. letzten Zeit überhaupt ein einziger Jude noch zum Reserveoffizier befördert worden, obwohl er sicherlich alle militärischen Vorbedingungen dazu mit Leichtigkeit erfüllt hätte? Meine Herren, ich meine, über solche Zustände kann man nicht mit billigen Späßen, aber auch nicht mit Stillschweigen hinweggehen. (Sehr richtig! links). Wenn Immerfort unseren jüdischen Mitbürgern, die im Heere ihrer vaterländischen Pflicht genügen, vom Leutnant bis zu den höchsten Chargen hinauf eine solche ungerechte Behandlung zuteil wird, dann setzen Sie sich geradezu in Widerspruch mit den Worten der Verfassung, die der König selber beschworen hat. An eines Königs Wort soll man nicht rütteln und nicht deuteln. Wenn der Herr Minister aber nicht das Seinige tut, daß hier endlich Wandel geschaffen wird, dann kann mau sich nicht mehr darüber wundern, daß immer zahlreichere Kreise unseres Volkes an des Königs Wort zu rütteln und zu deuteln wagen. Dann untergraben Sie am letzten Ende die Grundlagen des Thrones selber, den wir mit Ihnen allezeit zu stützen bereit sind (Bravo links)." Es ist begreiflich, daß es einem Manne von der sittlichen Würde des Abg. Eickhoff widerstrebte, sich auf eine Widerlegung der von Liebermann von Sonnenberg vorher aufgestellten gehässigen Behauptungen einzulassen, und ihm etwa vorzuhalten, daß nicht die Juden über ihre Beteiligung am Heeresdienst falsche statistische Angaben gemacht hätten, sondern daß seine lediglich dem „Antisemiten- Katechismus" wörtlich entnommenen Angaben durch die Weglaffung der jüdischen Einjährig. Freiwilligen und andere Unrichtigkeiten völlig wertlos seien. Liebermanns Behauptung, daß es nicht der jüdische Glaube, sondern die jüdischen Raffeneigentümlichkeiten seien, welche der Einstellung jüdischer Rekruten und Freiwilligen hinderlich find, und daß man sich durch sie die Front nicht gern verderben lassen wolle, konnte niemand ernstlich überzeugen, da die Taufe sofort alle Hemniffe der Einstellung, aber nicht jene Rasseneigentümlichkeiten beseitigt. Die „Voff. Ztg." sagt mit Recht: „Es sind hunderte Juden Offiziere geworden, nachdem sie sich haben taufen lassen; ihr Aussehen in der Front wurde dadurch nicht geändert." Eine Adlernase, welche Herr Liebermann von Sonnenberg bei jedem semitischen Freiwilligen als „Judennase erster Güte" bezeichnen würde, ziert bekanntlich hohe Offiziere, denen er mit besonderer Courtoifie zu

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