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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 179

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
[Ohne Titel]
Date
1904-03-01
Page
179 (sequence 7)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 179 die keine Eideshelfer braucht. Für diese Sache genügt es, daß wir Menschen sind und alle Menschen nach ihrem persönlichen Wert, nicht nach Abstammung oder Religion beurteilt werden muffen. Mustergiltig, auch für unsere Zeit, sei in dieser Beziehung die vorurteilslose Anschauung, welche ein Zeitgenosse Herders, der Schöpfer des preußischen Landrechts, Suarez, als er in den Jahren 1791/92 im Aufträge des Königs dem preußischen Kronprinzen Vorträge über das Wesen des Staates hielt, in die Worte prägte: „Der Mensch sei ein guter Bürger; das ist alles, was wir von ihm fordern dürfen!" Dieser Forderung genügen die deutschen Juden vollauf; sie haben deshalb auch den Anspruch auf volle Menschen- und Bürgerrechte. Für diese kämpfen, heißt nicht für die Juden streiten, sondern für das Recht und für das gesamte deutsche Vaterland, dessen Wohlfahrt und Ehre davon abhängen, daß keinem seiner Bürger, weß Glaubens und welcher Abstammung er sei, Unrecht widerfährt. Lebhafter Beifall folgte auch dieser Ansprache, und dann ergriff Herr Dr. Wiesenthal das Wort um der Gruppe C. Wachsen, Blühen nnd Gedeihen unter ihrem neuen Leiter zu wünschen. Daran knüpfte der Redner einen Hinweis auf das an demselben Abend bei „Rieprich* gefeierte 20 jährige Bestehen des „Deutschen Antisemitenbundes" und schilderte in lebhaften Farben das Bild einer Bewegung, die doch nur dazu führen könne, den deutschen Namen, dem wir Ehre machen wollen, in den Staub zu ziehen. Mit einer herzlichen Mahnung an die Anwesenden, für den Central-Verein zu werben, in und mit ihm zu wirken, schloß der Vorsitzende die Versamlung. Im deutschen Reichstag hat bei der Beratung des Militäretats am 6. März ein Mitglied der freisinnigen Volkspartei, der Abg. Eickhoff das Thema „Die Juden als Soldaten" gestreift und dabei gesagt: „Den Zusammenhang zwischen Armee und Volk wollen wir erhalten. Ein solcher Zusammenhang aber ist unmöglich, wenn weite bürgerliche Kreise von der Offizierslaufbahn wegen ihres Berufes als Handwerker, Kaufleute, wegen ihrer Konfession ausgeschlossen sind. Ich hoffe, daß der Herr Kriegsminister, den ich für einen vorurteilslosen Mann halte, dafür sorgen wird, daß gemäß der bekannten Kabinettsordre alle Kreise des Volkes nach ihrer Befähigung zum Avancement zugelassen werden. Ich hatte im vorigen Jahre den Fall eines jüdischen Handlungskommis Haupt- Mann aus Breslau angeführt, der von dem Hauptmann v. Langendahl wegen seines jüdischen Glaubens bei seiner Meldung zum Freiwilligendienst bei der 10. Kompagnie des schlesischen Grenadier-

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