Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 177 (sequence 5)
- Language
- German
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Vereinsnachrichlen. 177 Versorgung wesentlich vermindern. Herr Konsul Simon verwies darauf, daß der Gärtnergehilfe durch Pachtung eines Stückes Land sich weit leichter selbständig machen könne als andere jungen Leute. Selbstverständlich sollten auch diesem Berufe nur solche Knaben zugeführt werden, die dafür Luft und Liebe hätten und gut veranlagt seien. Herr Rabbiner Dr. Finkel-Pasewalk sprach über die günstigen Erfolge der Blumenzüchter und die sich auch in jüdischen Kreisen beständig vermehrende Vorliebe für den Blumenluxus. Her Fabrikbesitzer Silbermann widerlegte einzelne Ausführungen des Herrn Lehrer A. Levy, betonte, daß es der Gesellschaft für Verbreitung des Handwerks weniger an finanziellen Mitteln als an dem geeigneten Menschenmaterial fehle, daß die Gesellschaft auch den von ihr unterstützten Lehrlingen später die Erreichung der Selbständigkeit ermögliche; der Erfolg aller Bemühungen hänge aber davon ab, daß das jüdische Publikum die selbständigen Handwerker mehr als bisher berücksichtige. Herr Redakteur Klausner wandte sich gegen einige Ausführungen des Herrn vr. Pinn und gab dann dem Wunsche Ausdruck, daß die jüdische Gemeinde in Berlin und andere jüdische Großgemeinden mehr als bisher sich mit sozialen Aufgaben beschäftigen möchten. Die Errichtung einer Anstalt in Ahlem hätte nicht das Verdienst eines einzelnen opferfreudigen Mannes, sondern Sache einer Großgemeinde sein müssen. Herr Dr. E. Tuch verwahrte sich dagegen, daß gewiffermaßen vor der Zuführung der Jugend zum Ackerbau gewarnt worden sei. Dies sei unberechtigt, denn bei Anwendung des Genoffenscbaftsprinzips seien die Aussichten dabei keineswegs ungünstige. Damit find die Diskussion, soweit sie sich auf den Vortrag bezog, ihren Abschluß. Nachdem noch in Bezug auf den Geschäftsbericht Herr Henry Hoffstädt an den Vorstand die Bitte gerichtet hatte, sein Augenmerk auch darauf zu richten, daß möglichst den jüdischen Soldaten durch das Kapitulieren als Unteroffiziere die Subaltern-Karriere eröffnet werde, schloß der Vorsitzende die Versammlung kurz vor Mitternacht mit herzlichen Dankesworten für die rege Teilnahme an den Verhandlungen. Die am 24. Februar d. Js. im Saale des „Wendt'schen Central-Club-Hauses", Berlin C., Königsgraben 14a abgrhaltene Versammlung der Gruppe Centrum des Central-vereins eröffnete Herr Rechtsanwalt I)r. Brodmtz, indem er als neugewähller Vorsitzender der Obmannschast die hohe Bedeutung der Gruppentätigkeit für die Vereinssache darlegte und rühmend der vielfachen Verdienste des bisherigen Leiters der Gruppe, Herrn vr. Wiejenthal, um diese Sache gedachte. Hieraus erteilte der Vorsitzende Herrn