Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 176 (sequence 4)
- Language
- German
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176 Fm deutschen Reich. ihre dankbare Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Im Namen des Vorstands versicherte darauf Herr Rechtsanwalt vr. Horwitz, daß ' diese sich stets kundgebende Uebereinstimmung mit den Vereins» Mitgliedern für den Vorstand ein Sporn zur ferneren Erfüllung jcircr Pflichten sein werde. — Nach Eröffnung der freien Aussprache, die zunächst sich an den Dortrag des Herrn Konsul A. M. Simon anknüpfte, rühmte HerrDr. Heinrich Meyer Eohn die Leistungen der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem, welche die regste Unterstützung verdiene, weil sie als ein Tyous der modernen Erziehungsanstalten in rationeller Weise die jüdische Jugend zu körperlicher und. geistiger Tätigkeit anhalle und als Vorbild für andere in großen Städten zu errichtende ähnliche Anstalten zu betrachten sei. Herr Rechtsanwalt Dr. Feilchenfeld betonte, daß neben der Bodenkultur das Handwerk die Berufe umfasse, denen die jüdische Jugend zugeführt werden müsse, was insbesondere von Wichtigkeit für Berlin sei. das bei dem steten Zuzug aus der Provinz mit einer Vermehrung des Proletariats zu rechnen habe. Der Beitritt zu der fast 100 Jahre alten „Gesellschaft zur Verbreitung des Handwerks und des Ackerbaus unter den Juden in Preußen" sei deshalb sehr zu empfehlen. Da Herr Dr. Car! Pinn zu erfahren wünschte, ob die in Ahlem ausgebildeten Gärtner Aussichten hätten, in der Heimat als Gehilfen unterzukommen, berichtete Herr Konsul Simon über eine ganze Anzahl Einzelfälle, aus welchen sich folgern ließ, daß die Aussichten im Gärtnerberufe für die jungen Leute jüdischen Bekenntnisses günstiger seien als in vielen andern Berufen. Herr Lehrer A. Levy verbreitete sich in längerer Rede über die Aussichten der jüdischen Jugend in dem Berufe der Bodenkultur, des Handwerks und des Handels, verwies auf die traurigen Folgen gewissenloser Lehrlingszüchterei in manchen Gewerben, empfahl, das jüdische Lehrlingsheim in Pankow mehr als bisher zu unterstützen und auch den von Herrn Rechtsanwalt Feilchenfeld erwähnten Verein für Handwerk und Ackerbau finanziell so zu kräftigen, daß er eine größere Anzahl von Lehrlingen unterbringen könne. Das angeblich dafür nicht hinreichende Material mache er sich anheischig stets zu liefern. — Nachdem mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit ein Antrag auf Beschränkung der Redeflist auf 5 Minuten Annahme gefunden hatte, betonte Herr Bankier A Freymark, daß er den Vorzug der Ahlemer Anstalt darin erkenne, daß dort die jüdische Jugend der Natur zugeführt, körperlich gekräftigt und davon abgehalten werde, hinter dem Ladentisch oder im Bureau zu verkümmern. Die für die Zuführung der Jugend zur Bodenkultur-und zum Handwerk gebrachten Opfer würden die Kosten für die Alters-