Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. 116

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Berlin / A. L.
Date
1904-02-01
Page
116 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316714-2316717--12118-2332918
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

116 Hm deutschen Reich. der Herren, denen Sitze im Kuratorium anzubieten sind. In den darauffolgenden Wahlen wurde die Mehrzahl der Mitglieder des Vorstandes wiedergewählt: zum Vorsitzenden Dr. Alfred Nossig. zum Generalsekretär Louis Leopold, zu Beisitzern Bertold Feiwel, Dr. Martin Buber, Davis Trietsch, Dr. Theodor Zlccisti. S. Eliasberg wurde zum Schatzmeister gewählt und dem Vorstand aufgetragen, nach Bedarf Beisitzer zu kooptieren. Bis jetzt wurde Ingenieur Stefan Perez kooptiert. Zu Revisoren wählte man S. Caffel und Dr. Robert Hantle. Mit Dankesworten des Vorsitzenden an die Erschienenen schloß die zahlreich besuchte Versammlung. Vom hiesigen Central - Comitc der Alliance israelite universelle geht uns die Nachricht von der Errichtung eines Bureaus zu, mit desien Leitung Dr. M. Friedländer betraut worden ist. Der kürzlich dahingeschiedene Chef des Geschäftshauses Sachs. Mayer & Co., Immanuel Sachs, der jüngste der fünf Söhne des verstorbenen Rabbiners Dr. Sachs, bekundete als Vorsitzender der Liepmann-Stistung, Mitglied der Bibliotheks-Kommission der Berliner jüdischen Gemeinde, sowie als deren Repräsentant, jederzeit ein reges Interesse für jüdische Angelegenheiten und gehörte auch unserm Vereine als Mitglied an. Der am 28. Januar nach langen Leiden im 56. Lebensjahre erstorbene Schriftsteller Karl Emil Franzos wurde in Czortkow im österreichischen Polen 1848 als Sohn eines Arztes geboren und konnte als Galizier sich nicht dem Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens als Mitglied anschließen, aber er nahm trotzdem an unseren Bestrebungen innigen Anteil, hielt in unserem Vereine einen Vortrag und lieferte unserer Vereinszeitschrift schätzbare Beitrage. In. seinem Wesen lag es, daß er in Oesterreich und Deutschland gleichermaßen wurzelte und hier in Berlin, wo er die letzten 17 Jahre seines Lebens verbrachte, wohlverdiente Anerkennung und einen großen Kreis von Freunden erwarb. Was ihm als Schriftsteller besonders hoch angerechnet werden muhte, war die Tatsache, daß er. bevor noch die .Heimatkunst" in Deutschland zur Losung wurde, von der Ueberzeugung ergriffen war, daß nur die Kunst echt ist, die im Heimatboden des Dichters wurzelt. So wird die Zone seines Geburt^ ortes wohl für alle Zeiten den Namen „Halbasien" behalten, den er für sie ersonnen. Wie er Land und Leute dieser Zone geschildert, zeugt nicht nur dafür, daß er ein tiefer Menschenkenner und sozialer Kritiker war, sondern auch dafür, daß er dieses Heimatland liebte für die dort schwer Bedrückten tief empfand und aus diesem Gefühle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.