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Im deutschen Reich · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. 115

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Berlin / A. L.
Date
1904-02-01
Page
115 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 115 direkt an die Anstalt Weißensee, Wörthstraße 20, zu richten, Geldendungen aber zu adressieren: An den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund, Berlin W.f Steglitzerstraße 85. Am 20. Januar fand im „Mönchshof" zu Berlin die erste Plenarversammlung des „Vereins für jüdische Statistik" und im Anschluß an dieselbe eine größere Versammlung statt, welche die Herren Prof. Dr. M. Philippson, Justizrat Timendorfer, Do. Paul Nathan, Sanitätsrat Marehki, Dr. H. Hildesheimer, Reichstagsabgeordneter Ed. Bernstein, Br, A. Nossig in Angelegenheiten der Statistik ein-, berufen hatten. In seiner Eröffnungsansprache hob Br. A. Nossig hervor, daß der V. f. j. St. keinerlei separatistische Tendenzen verfolge, sondern sich im Sinne von Zunz mit der Statistik der Juden als einer geschichtlich gegebenen Kollektivität befasse. Innerhalb des Judentums hänge der Verein nicht mit dieser oder jener Gruppe zusammen; er stehe als wissenschaftliche Organisation jenseits aller Parteien. Der Geschäftsbericht faßte die Tatsachen der Ausbreitung des Vereins in den verschiedenen Ländern zusammen. In der Diskussion gab Sanitätsrat Br. Maretzki unter warmer Anerkennung des bisher Geleisteten wichtige Anregungen betreffs des weiteren Arbeitsplanes. Er wies namentlich auf die Gesundheitsstatistik als das Gebiet hin, auf dem das reichhaltigste Material vorliege und das durch eine systematische Bearbeitung gehoben werden müffe. Ferner betonte er die Notwendigkeit, auf die landes- und rcichsstatistifchen Aemter einzuwirken, damit sie der jüdischen Statistik schon in ihren Fragebogen größere Aufmerksamkeit zuwenden. Herr Eliasberg sprach von der Wichtigkeit der jüdisch-statistischen Arbeiten in Rußland, wobei er auf das einschlägige Werk des Staatsrats Bloch hinwies. Uebep denselben Punkt äußerten sich Dr. Heinrich Meyer-Cohn und Herr Leo Motzkin. Dr. Nossig teilte mit, daß der Verein an seinem Hauptprogramm festhalte, zunächst auf Grund des vorhandenen Materials eine Gesamtstatistik des Judentums herzustellen. Die vom Vorstande entworfenen Satzungen des Vereins wurden verlesen und mit geringen Aenderungen angenommen. Es folgte eine angeregte Debatte über die finanzielle Basierung des Vereins zum Zwecke der Schaffung dauernder Aemter für Statistik der Juden und Anstellung fachmännisch gebildeter Beamten. Das bezügliche Referat des Vorsitzenden gipfelte in dem Gedanken, daß die Organisation für jüdische Statistik eine gemeinsame Schöpfung aller jüdischen Vereinigungen und Großgemeinden werden müffe. Dr. S. Bernfeld unterstützte diesen Vorschlag, der hierauf einhellig angenommen wurde. Man beschloß, zur Verwaltung der für die Jüdische Statistik bestimmten Fonds ein Kuratorium zu wählen und entwarf eine Liste

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