Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 117 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 117 heraus echtpoetisch verklärte. Was er in feinen Erzählungen .Die Juden von Barnow", „Moschko von Parma", „Judith Trachtenberg", „Laib Weihnachtskuchen" geschaffen, hat zahlreiche Bewunderer gefunden; was er als Journalist, als Herausgeber der Zeitschrift „Deutscher Dichtung" u. s. w. geleistet, verdient ebenfalls Anerkennung, aber was ihm nicht minder in unseren Kreisen ein bleibendes Gedächtnis sichert, ist die Tatsache, daß in diesem Sproß einer „halbasiatischen" Zone die harmonische Verschmelzung von deutscher Kernhaftigkeit und jüdischer Gefühlsinnigkeit die schönsten Geistesdlüten zeitigte. Der Verfasser des in dem Januar-Heft veröffentlichten Artikels „Die Aufgaben der jüdischen Abgeordneten im neuen Landtage" hat bei der Aufzählung der Abgeordneten jüdischen Glaubens irrtümlich nur sechs Namen genannt. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß auch der Abg. Kommerzienrat Münsterberg Jude und Mitglied der Synagogen-Gemeinde Danzig ist. Da in demselben Artikel bezweifelt wurde, „ob es heute noch in Preußen einen jüdischen Lokomotivführer giebt, ist uns aus Haynau mitgeteilt worden, daß in Oppeln seit länger als 10 Jahren ein geborener Oppelner, namens Schiftan, Lokomotivführer ist. Ferner wurde uns aus Thorn berichtet, daß die dortige Synagogen-Gemeinde einen Lokomotivführer, einen Maschinenheizer und einen Schaffner (alle drei frühere Soldaten) zu ihren Mitgliedern zählt. Uns wird aus Braunschweig geschrieben: „Die Meldung in dem Januarhefte Ihrer geschätzten Zeitschrift, daß mit der erfolgten Wahl des Stadtrats Glaser in Blankenburg a. H. der erste jüdische Abgeordnete in den Braunschweigischen Landtag einziehe, ist unzutreffend, denn es gehört demselben bereits seit einigen Jahren der Vorsitzende der Braunschweiger Handelskammer, Kommerzienrat Mar Jüdel in Braunschweig an, ein langjähriges Mitglied des Stadtverordnetenkollegs und Repräsentant der hiesigen Gemeinde." 8» Treptow a. R., 2. Februar. Die jüdischen Einwohner unserer Stadt, die schon jetzt über den hohen Beitrag klagen, den sie zur Unterhaltung ibrer Gemeinde zahlen müssen, sehen für die Folge noch höheren Angaben entgegen, da wieder einige jüdische Geschäftsleute der Stadt den Rücken kehren, andere aber durch Vermögensverfall in ihren Einkommenverhältniffen zurückgegangen sind. (Der „Bütower Anzeiger" bemerkt zu dieser Meldung ironisch: „Das ist ja entsetzlich." Das ist es auch und um so schlimmer, als auch in anderen kleinen . Städten durch den Wegzug williger, guter Steuerzahler die Verhältnisse