Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 114 (sequence 5)
- Language
- German
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114 Im deutschen Reich Stöckers getreuer Schildknappe war und von ihm zu den inthnftcn Aufträgen benutzt wurde. Später trat zwischen beiden eine Erkältung ein, und im Prozeß Witte trat Grüneberg als Zeuge gegen Stöcker auf. Es wurde dabei festgestellt, daß Stöcker 1878 Grüneberg beauftragt hatte, in einer öffentlichen Versammlung den Pfarrer Witte unter Hinweis darauf anzugreifen, daß er den Wunsch eines jüdischen Kaufmanns auf Verleihung des Geheimen Kommerzienratstitels unterstützt habe. Grünebergs Zeugriistätigkert war sein letztes öffentliches Auftreten; er verschwand spurlos von der Bildfläche, und erst die Nachricht von seinem Tode ruft die Erinnerung an seine politische Eintagsrolle zurück. Die „Staatsbürger-Zeitung* schreibt: „Der unfern Lesern genügend bekannte Moritz Lewy, der in der Konitzer Angelegenheit eine so intereffante Rolle spielte, eröffnet mit dem heutigen Tage unter dem Namen seines Vaters, des Schlächtermeisters Adolf Lewv, im Zentrum Berlins, in der sogenannten .jüdischen Schweiz", eine Fleischwarenhandlung und „Wurstfabrik mit elektrischem Betrieb". Vater Lewy und Moritz setzen also die ihnen in Konih lieb gewordene Beschäftigung in Berlin fort und zwar gleich in großem Stil, da, wie wir hören, bereits 4 männliche und 3 weibliche Angestellte in ihrem Betriebe tätig sind." — Die Firma Bruhn und Genoffen setzt auch eine ihr in Konih liebgewordene Beschäftigung in Berlin fort, die Bevölkerung gegen harmlose Menschen aufzureizen, deren Unglück sie mindestens mitverschuldet hat. Am 3. v. M. fand eine gemeinschaftliche Sitzung des Vorstandes und des Wohlfahrtsausschuffes des „Vereins Jüdische Arbeiterkolonie" statt. Dem Berichte über das letzte Halbjahr ist zu entnehmen, daß infolge der Einführung neuer Beschäftigungszweige die Frequenz sich auf die Zahl 80 erhöhte. Der Zudrang Arbeitsuchender ist aber so groß, daß das Kuratorium die Aufnahme von 10 weiteren Jnsaffen vorbereiten will. Die kürzlich veranstaltete Propaganda hat leider nur ein ungenügendes Ergebnis gehabt: der Etat des Instituts ist durch feste Jahresbeiträge nicht gedeckt. Eine besonders eingesetzte Propagandakommission wird sich deshalb bemühen, von Gemeindebehörden, Vereinen und Privaten die erforderlichen festen Beiträge zu beschaffen. Eine Vergrößerung der Einnahmen wird auch von der Begründung von Jahrzeitstiftungen erwartet. Der Gesundheitszustand in der Anstalt ist ein günstiger. Geistige Anregung wird den Jnsaffen durch eine aus 6 Herren bestehende Vortragskommisston geboten. Für die Zuwendung von Kleidungsstücken und Naturalien wäre der Borstand sehr dankbar. Man bittet, derartige Geschenke