Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Zur Gesamtorganisation der Israeliten Deutschlands
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 82 (sequence 10)
- Language
- German
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82 Im deutschen Reich. Spiele stehen, fehlt mir das Verständnis dafür, wie man es verantworten kann und will, die geplante Gesamtorganisalion abzulehnen. Amtsgericbtsrat Levy-Beutben erklärt, daß die Gemeinden Oberschlestens samt und sonders mit dem Prinzip deö Verbandes ei? verstanden und mit ihm der Meinung seien, daß die deutschen Juden, die in opferfreudigster Weise für alle möglichen Bedürfnisse ihrer ausländischen Glaubensgenossen sich bisher interessiert hätten, auch einmal an ihre eigenen Interessen denken und für dieselben wirken mühten. Nötig sei aber zunächst, mit den vorhandenen jüdischen Organisationen, auch in den nichtpreußischen Staaten, einig zu werden, da anders eine Gesamtvertretung aller deutschen Juden nicht geschaffen werden könne. Herr Max Elb-Dresden verweist darauf, daß seine heimische Gemeinde keineswegs prinzipiell gegen Begründung des Verbandes sei, aber eine Teilnahme der sächsischen Juden bei den jetzt obwaltenden Verhältnissen nicht für opportun halte und ihre Entscheidung sich für die Zukunft Vorbehalten wolle. Abgeordneter Justizrat Cassel-Berlin erklärt über die Zweckmäßigkeit des Verbandes zwar noch kein abschließendes Urteil zu haben, aber den Wunsch zu hegen, den Text des Statuten Entwurfs so zu fassen, daß daraus deutlich enelpn werden könne, wie niemand die Absicht der Begründung eines jüdischen Centrums habe. I »stizrat Dr. Fuchs bezeichnet dies als höchst beachtlich und empfiehlt deshalb folgende Fassung des tz 1: „Die Organisation der deutschen Juden bezweckt die Vertretung der israelitischen Gesamtinteressen der Juden Deutschlands." Justizrat Dr. Geiger wendet sich gegen die Bedenken der sächsischen und westpreußiichen Delegierten und betont die Notwendig, feit, dem Verband-den Charakter der Oeffentlichkeit nach außen und nach innen zu geben, nach außen, um dem Vorwurf der Gehermtuerei wirksam zu begegnen, nach innen, um den Ausschuß zur Tätigkeit zu zwingen. Er warnt vor mutloser Resignation und vor Verschleppung, da nur Entschlossenheit zum Siege führen kann. Nach einer weiteren Erörterung der sächsischen Berhaltn sie, an der sich außer den sächsischen Delegierten die Herren Justizrat Breslauer, vr. Horwitz und Professor Dr. Philippson beteiligen, bemerkt Herr Stadtrat Leoin- Frankfurt a M., daß mm auf der bererts geschaffenen Grundlage werter bauen und alles Nebensächliche beiseite lassen muffe. Wenn das Protokoll der heutigen Verhandlung vorli gen werde, würden die größeren Synagogen-Gemeinden sich schlüssig machen; sondern sich