Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 52 (sequence 8)
- Language
- German
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52 Im deutschen Reich. und den hohen Festtagen im Sinne unseres Antrages Entscheidung getroffen worden sei. Wir können diese Mitteilung jetzt dahin er. ganzen, daß Se. Excellenz, mit Rücksicht darauf, daß der jüdische Feiertag von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang dauert, bestimmt hat, daß die Dispensation in der Zeit vom 15. September bis 4. März nur für den Vorabend des Feiertages, in der übrigen Zeit nur für den Feiertag selbst stattfinden darf. Nach einem von der „Staatsbürger-Zeitung" am 18. Oktober v. Js. und von der „Deutschen Zeitung" am 20. Oktober v. Js. veröffentlichten Bericht über einen in den „Fortuna-Festsälen" gehaltenen Vortrag des BurcnkomMandanten Jooste sollte dieser gesagt haben: „Als Johannesburg anfing, Großstadt zu werden, traten die evangelischen Burghers an den Präsidenten Krüger mit der Bitte heran, ihnen ein größeres Stück Land zur Erbauung einer Kirche zu schenken. Ohm Krüger berief den Volksrat ein, und das Gesuch wurde ohne weiteres genehmigt. Die Juden richteten nunmehr ebenfalls ein Gesuch an den Präsidenten mit der Bitte um ein Synagogengrundstück, welches gleichfalls gewährt wurde, nur mit dem Unterschiede, daß das den Juden geschenkte Stück Land bedeutend kleiner war. Voller Wut zogen nunmehr die Juden vor das evangelische Gotteshaus, zerrten dessen Flagge herunter und zerrissen und beschmutzten sie. Dir Folge davon war natürlich, daß die Burghers sich zusammentaten und einige Jndenhäuser zerstörten. Hierauf entsandten die Juden eine aus sechs Personen bestehende Beschwerde-Deputation an den Präsidenten mit der Frage, weswegen das geschenkte Stück Land der Juden kleiner sei als das der Burghers. Der Präsident erwiderte in seinem Rechtlichkeitsstnn: „Die Burghers glauben an die ganze Bibel, daher bekamen sie auch ein großes Stück Land; Ihr aber glaubt nur an einen Teil der Bibel, daher bekommt Ihr auch nur ein kleines Stück Land", sprach's und wandte den Hebräern den Rücken. — Wir haben auf eine an unser Vereinsmitglied M. Heimann in Johannesburg gerichtete bezügliche Anfrage dieser Tage eine ausführliche Auskunft erhalten, in der es heißt: „Ich bin 16 Jahre in Johannesburg und weiß, daß an der Geschichte nichts Wahres ist; da aber der Widerlegung durch einen Juden von der Antisemitenpreffe kein Wert beigelegt werden könnte, habe ich mich an Herrn H. Kuschke gewandt, der hier seit 1887 als deutscher evangelischer Pastor amtiert. Ich sende Ihnen seine Antwort zur gefl. Benutzung. Sie lautet: