Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Berlin
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 35 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 35 bringung entsprechender Zöglinge, und die würLLembcrgischen und hessischen Ministerien des Innern sind hierin dem Beispiele des preußischen Ministeriums gefolgt. Tatsächlich haben die Anstalten in Repzin und Plöhensee wenigstens bei einem Teile ihrer Zöglinge gute Ergebnisse aufzuweisen: einige Knaben konnten in Lehrstellen bei Handwerkern, einige Mädchen im häuslichen Dienst untergebracht werden. Die jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee hat sich erfreulich weiter entwickelt; 80 Mann werden in gewinnbringender Weise beschäftigt. Der Anstalt sind die Rechte einer milden Stiftung* und damit die Befreiung von Stempel- und Gerichtskosten gewährt. Auf Anregung des Fürstlich Pleßschen Archivars Dr. Zivier und der Großloge des U. O. B. B. für Deutschland hat der Ausschuß die Begründung eines allgemeinen Archivs der deutchen Juden in Aussicht genommen. Herr Stadt- und Bezirksrabbiner Dr. Michael Silberstein in Wiesbaden und seine Gemahlin haben dem Bund 80 000 Mk. für eine milde Stiftung zu Gebote gestellt, die in ihrem Hauptbestandteil als Stipendienfonds für Studierende bestimmt ist, während mit dem Rest allgemeine wissenschaftliche und kulturelle Zwecke gefördert werden sollen. Diese Stiftung wird erst nach dem Ableben des Stifterpaares in Kraft treten. Der Verein für jüdische Statistik (Zentrale: Berlin- Halensee) hat bei der Herauegabe seiner ersten Publication »Jüdische Statistik. Baud I" die wirksamste Förderung erfahren. So haben dieJewish Colonization Association, die Ailiance Isra^iite Universelle, die Israelitische Allianz zu Wien, die Großloge des U. O. Bnei Brith in Deutschland, zahlreiche deutsche und österreichische Einzellogen, ferner der Deutsch-Israel. Gemeindebund, sowie die Israelitischen Kultusgcmeinden zu Berlin, Warschau, Prag, Posen, Lemberg, Königsberg, Breslau eine größere Anzahl von Exemplaren der „Jüdischen Statistik" angekauft und zur Deckung der sehr erheblichen Kosten der Publication beigetragen. Um die große Erschwerung, mit der die jüdische Statistik zu kämpfen hat, zu beheben, regte der Vorsitzende des Vereins s. j. Statistik, Dr. Alfred Rossig, auf dem im September v. I. zu Berlin abgebaltenen Internationalen Statistischen Kongreß an, daß das Jnternatonale Statistische Institut die Regierungen der betreffenden Länder beeinflußen möge, bei den nächsten Zählungen die Frage nach der Konfession zu stellen. Die in Deutschland und Oesterreich gemachten Erfahrungen beweisen es, daß das Publikum die diesbezügliche Frage keineswegs als Belästigung empfindet und in immer zahlreicheren Fällen beantwortet. Auf Antrag des Vereins f. j. St. wird diese auch vom allgemein wiffenschaftlichen Standpunkte äußerst