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Im deutschen Reich · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. 10

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Gutachten der Sachverständigen über den Konitzer Mord
Date
1904-01-01
Page
10 (sequence 5)
Language
German
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IO 3m deutschen N-'ich Blut, sondern Luft — Pneuma — enthalten. Die vorhandenen inneren Organe, wie Lunge und Hirn, waren durchaus nicht blutleer, auch die Brustmuskulatur ist als braunrot bezeichnet. Aus den Denen konnte aber auch nach dem Tode das darin enthaltene Blut ausgefloffen sein, waren doch sämtliche große Blutadern am Halse, unterhalb des Zwerchfalls, an den Oberschenkeln, an Knien und Oberarmen durchtrennt worden. Daß solche starke Blutungen aus nach dem Tode durchschnittenen Venen erfolgen können, weiß jeder, der bei Sektionen zum Beispiel bei herabhängendem Kopf zur Herausnahme des Gehirns, die dortigen Gefässe durchschneidet oder der einen ungeübten Anfänger b.i Ablösung der ersten Rippe und des Schlüsselbeins eine Vene anfchneiden sieht. Die Ausblutung wird um so leichter erfolgen, wenn die Durchschneidung der Gefäße bald nach dem Tode erfolgt oder die Gerinnung des Blutes, wie beim Erstickungstode, sehr spät eintritt. Ist aber der Tod nicht durch Verblutung, sondern durch Erstickung eingetreten, so hat die Lösung der Frage, ob der Halsschnitt ein Schächtschnitt sei, keine eigentliche Bedeutung mehr. Da dieselbe jedoch bei dem Prozesse Winter angeregt wurde, so muß sie hier wenigstens kurz berührt werden. Der eine der Erstcbduzenten ist der Anschauung, daß eine Aehnlichkeit zwischen dem bei Wutter gefundenen Halsschuitte und dem von einem als Sachverständigen vernommenen Tierärzte geschilderten Schächtschnitt gefunden werden könne, während das Medizinalkollegium dies entschieden verneint, und zwar mit gutem Grunde. Der Schächtschnitt wird nämlich nach Vorschrift mit einem haarscharfen, von jeder Scharte freien Messer etwas unterhalb des Kehlkopfes rasch durch die Weichteile des Halses geführt, so tief, daß er bis an die Wirbelknochen vordringt; durch denselben werden die Haut, die Luftröhre, der Schlund, die Blut- und Pulsadern, sowie die Nervenstämme, welche diese großen Gefäße begleiten, vollständig durchtrennt, und zwar darf während des Schächtens nicht innegehalten werden, ehe Gurgel und Schlund durchschnitten sind. Der Halsschnilt bei Winter aber ist, wie auch aus der Beschreibung der Erstobduzenten entnommen werden kann, nicht mit einem Zuge von vorne nach hinten geführt, sondern von der einen Seite vorne um den Nacken herum nach der anderen Seite vorne, wobei das Ende des Schnittes nicht in .den Anfangsteil desselben einmündete, sondern in einen Zapfen auslief. Es ist also aus diesem Grunde mit Recht anzunehmen, daß' der Halsschnitt kein Schächtschnitt war, sondern erst nach dem

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