Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 728 (sequence 3)
- Language
- German
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oeuychen Reich meisten Gegenden des Reiches besucht war. Diese Sitzung führte zu einem entscheidenden Ergebnis. Fünfstündige Debatten überzeugten die Anwesenden von der Notwendigkeit für unsere Glaubensgenossen, ihre Sache nicht ausschließlich bestimmten politischen Parteien anzuvertrauen, sondern selber in die Hand zu nehmen, sowie den Grundsatz der Oeffentlichkeit zu acceptieren, schon damit jeder Verdacht geheimer Verhandlungen vermieden werde. Die von dem engeren Ausschüsse vorgelegten Satzungen für die Gesamtorganisation wurden mit einigen unwichtigen Abänderungen angenommen und der engere Ausschuß mit der endgiltigen Fassung der Satzungen beauftragt. In einem der ersten Monate des kommenden Jahres wird die konstituierende Delegiertenversammlung der Israeliten Deutschlands einberufen werden. Der Ausschuß des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" ersucht uns um Veröffentlichung nachstehender Mitteilungen: „Die „Friedrich Wilhelm Viktoria-Stiftung" des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes sieht sich genötigt, ihre Aufforderung an die jüdischen Gemeindebeamten zu wiederholen, daß sie unsere Glaubensgenossen, die eine Lebensversicherung beabsichtigen, zum Anschluß an die Versicherungsgesellschaft „Viktoria" bestimmen. Nur durch die hieraus für die „Friedrich Wilhelm Viktoria-Stiftung" vertragsmäßig erfließenden Einkünfte wird diese in den Stand gesetzt, den in immer weiterem Umfange an sie herantretenden Anforderungen der jüdischen Gemeindebeamtenschaft um Erleichterung ihrer Lebensversicherungen gerecht zu werden. Versäumen diese Beamten, der dringenden Bitte der Stiftung nachzukommen, so schädigen sie dadurch ihren eigenen Stand auf das schmerzlichste." — „Die Tätigkeit des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes für die Erziehung jüdischer Fürsorge-Zöglinge erfreut sich immer größerer Anerkennung von Seiten der höchsten Staatsbehörden. Das Preußische Ministerium des Innern hat, wie schon früher die Knaben - Erziehungsanstalt zu Repzin, so auch jetzt die Fürsorge-Erziehungs-Anstalt für Mädchen in Plötzensee bei Berlin den Oberpräsidenten und Kommunalverbänden für die Unterbringung entsprechender Zöglinge bekannt gegeben. Ebenso hat das Großherzoglich Hessische Ministerium des Innern den Ausschuß des Gemeindebundes als Behörde für die Unterbringung jüdischer Fürsorge-Zöglinge den ihm untergebenen Instanzen bezeichnet. Es ist speziell für Preußen das erste Mal, daß eine Staatsbehörde offiziell eine jüdische Institution als mittelbares staatliches Organ betrachtet und behandelt. Die „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" tritt nunmehr mit ihrem Programm hervor. Bekannt-