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Im deutschen Reich · 1903-12-01 · Heft 12 (Dezember 1903) · p. 699

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 12 (Dezember 1903)
Article
Die Feinde des Judentums und des Kulturfortschritts
Date
1903-12-01
Page
699 (sequence 7)
Language
German
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Die Feinde des Judentums und des Kulturfortschüttes. 699 genossen an einen Gelehrten stellen, ist freilich nicht so leicht; bleiben doch in ihren Augen die Professoren „Pfründner und Pfuscher, so lange sie nicht imstande sind, einen Grashalm herzustellen, der von einer Kuh für freßbar erachtet wird."! Das ist der Ton, in dem die christlich-sozialen Führer des Volkes reden, das die Gesinnung, aus der heraus sie mißachten und verhöhnen, was anderen hehr und heilig ist. Was diese Leute an Humanitären Empfindungen noch im Busen hegen, haben sie ja für die Meerschweinchen und Kaninchen nötig; für das Ebenbild Gottes bleibt da nichts. Es erübrigt nun noch, eine Seite der Vorgänge zu beleuchten, die sich lediglich aus die jüdischen Aerzte bezieht, und die zwar nur die Form eines Nachspieles zu dem Hauptspektakelstück hat, aber doch den Kern enthüllt, auf den es im Grunde genommen den Antisemiten ankommt. Am 10. November richteten die Abgeordneten Schneider und Genossen folgende Interpellation an den Statthalter, der sie durch sein unbegreiflich rücksichtsvolles, ja geradezu zustimmendes Verhalten zu weiteren Angriffen ermutigt hatte: „Die natürliche Abneigung der Nichtjuden gegen Juden, insbesondere gegen jüdische Aerzte, sowie das Mißtrauen, welches sich in der nichtjüdischen Bevölkerung gegen jüdische Aerzte immer mehr verbreitet, seitdem es bekannt geworden ist, daß es dem Talmud-Joreh Dea zufolge den Juden gestattet ist, an Nichtjuden Versuche anzustellen, ob Arzneien nützlich oder schädlich sind (vide die 100 Sätze aus dem Talmud, gerichtsordnungsmäßig sestgestellt, als richtig übersetzt von Prof. Dr. Ecker), bringen es mit sich, daß jüdische Aerzte, welche als solche schon durch ihren Namen erkannt wurden, eine ihnen nicht genügende Praxis erlangen. Infolgedessen streben dieselben vielfach an, durch Veränderung ihres Namens die Abstammung zu verschleiern und finden dabei bei der niederösterreichischen Statthalterei eine bedeutende Förderung und Unterstützung. Die betreffenden Organe machen sich damit der bewußten Irreführung des Publikums schuldig, was doch unmöglich als korrekt bezeichnet werden kann. Wie die Judennamen verändert werden, möge nachfolgender Zusammenstellung entnommen werden. (Folgt eine Aufzahlung von 19 jüdischen Aerzten mit ihren ursprünglichen und aufgebesserten Namen nebst Wohnungsangaben.) Die Unterzeichneten fragen Se. Exzellenz, was er (?) zu tun gedenkt, um der behördlichen Unterstützung systematischer Irreführungen des Publikums wirksam entgegenzutreten." Wir verurteilen rückhaltlos die Charakterschwäche, die sich 'in der Scheu, des Vaters ehrlichen Namen zu tragen, kundgibt. Worauf es aber den Interpellanten ankommt, das spricht die „Wiener Deutsche

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