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Im deutschen Reich · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. 670

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
Berlin
Date
1903-11-01
Page
670 (sequence 6)
Language
German
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670 Im deutschen Reich. jüdischen Propheten Elias beigelegt und eine im übrigen geradezu musterhaft eingerichtete und regierte Stadt Zion gegründet hat. Beiläufig sei noch erwähnt, daß Herr Dowie sogar ein großer Konkurrent der jüdischen Zionisten ist, denn auch er will — so sagt er wenigstens — das alte Zion einmal kaufen und mit seiner christlichen Gläubigenschar dorthin übersiedeln. Also außer den alttestamentarischen Namen Elias und Zion ist nicht eine Spur Jüdisches an diesen christlichen Herrschaften. Aber die beiden jüdischen Namen haben die „Staatsbürger-Zeitung" so verwirrt, daß sie sich mit der Spitzmarke „jüdisch" aus das Volk Israel stürzte und damit zum so und so vielten Male sich vor aller Welt auf das gründlichste blamierte!" Ueber den „Fall Dippold" äußert sich in der „Jüdischen Presse" vr. Arthur Kahn u. a. wie folgt: „Der stuck. juris und Hauslehrer Dippold hätte, unter anderen Verhältnissen, eine Zierde deutscher Antisemiten werden können, und bekannte Antisemitenhäuptlinge, die sonst wenig Rechtes gelernt haben, hätten in dem Musterlehrer, diesem „Ideal eines Erziehers" vielerlei, was ihrem Charakter und Wesen näher liegt als nützliches Lernen, noch lernen können. Wenn etwas in diesem entsetzlichen Prozeß uns Juden mit Genugtuung erfüllen könnte, so wäre es der Umstand, daß dieser verruchte Dippold ein Antisemit pur exesllenee ist. Er versucht, den Gärtner Kochs zum Antisemitismus zu bekehren und zu allerletzt, wo dieser Mörder sein Opfer noch im Grab beschmutzt und verdächtigt, erfindet er einen „Judenbengel", der seinen Schüler in eine Lasterhöhle führt und dort von einer scheußlichen Krankheit anstecken läßt. Echt antisemitisch! Aber genug von diesem Ekel! Wir haben eine andere Seite dieses schrecklichen Vorganges zu beleuchten, die ein auch in jüdischen Kreisen immer mehr um sich greifendes Uebel betrifft: den Niedergang des Familienlebens. Was heute in reichen christlichen Familien möglich ist, ist in gleichgestellten jüdischen sogar wahrscheinlich, dank einer lächerlichen Nachahmungssucht, die nicht immer nur ihre humoristischen, sondern oft auch sehr ernste Seiten zeigt." Der ehemals antisemitische Reichstags-Abgeordnete v. Ger lach setzt sich in dem soeben erschienenen „Patria!" genannten „Jahrbuch der Hilfe für 1904" mit dem Antisemitismus auseinander. Er schließt seinen Artikel „Vom deutschen Antisemitismus" mit den Worten: „Mit dem Antisemitismus als politischem Faktor ist es bei uns wirklich aus. Wenn er parteimäßig noch nicht ganz von der Bildfläche verschwindet, so liegt das daran, daß er einmal aus dem gesellschaftlichen Antisemitismus noch immer eine gewisse

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