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Im deutschen Reich · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. 669

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
Berlin
Date
1903-11-01
Page
669 (sequence 5)
Language
German
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Korrespondenzen. 669 Krankenkasse" sehr gesinnungsverwandte „Staatsb.-Zeitung" in denselben Tagen mit folgenden Worten: „Die Kassenvorstände nützen ihre Macht in recht bedenklicher Weise ans. Die Fälle, in denen tüchtigen, gewissenhaften Aerzten aus kleinlichen, persönlichen Gründen, auch aus politischen Rücksichten, der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde, sind durchaus nicht selten.Daß dabei persönliche Beziehungen zu den allmächtigen Kassenvorständen und Streber ei eine große Rolle spielen, das ist bis zu einem gewissen Grade verständlich, aber für den Aerztestand ganz besonders traurig." — Unter der Ueberschrift „Ueber den Hochmut der Juden" hat die „Staatsbürger-Zeitung" am 30. September vier Strophen aus einer Sammlung von Gedichten citiert, welche der Psorzheimer Goldwarenhändler Leopold Landau unter dem Titel „Drauf" vor etwa 8 Jahren veröffentlicht hat. Das Antisemitenblatt machte dabei denselben Dichter, der ihr vor drei Jahren a'-s Eideshelfer willkommen war, als er die Rabbiner beschimpfte und verschiedene Antisemitenblätter mit seinen Ritualmord-Phantasien beglückte, urplötzlich wieder zu einem Vertreter des Judentums. Wir haben die „Staatsbürger- Zeitung" darauf aufmerksam gemacht, daß beide Leistungen von demselben Manne herrühren, der wiederholt in der Irrenanstalt Jllenau untergebracht war, und haben die Erwartung ausgesprochen, daß sie sich aus Wahrheitsliebe verpflichtet fühlen würde, unsere verbürgte Mitteilung zur Kenntnis ihrer Leser zu bringen. Die „Staatsbürger- Zeitung" hat diese Verpflichtung nicht anerkannt, während die Redaktion der „G rmania", welche die erwähnte Notiz der „Staatsbürger-Zeitung" vorher abgedruckt hatte, unsere Mitteilung am -28. Oktober wörtlich mit der Erklärung veröffentlichte: „Wir geben diese Mitteilung gern wieder. Wenn die Verse von einem unzurechnungsfähigen Menschen stammen, kann man auch nicht von „jüdischen Frechheiten" sprechen." Das „Berliner Tageblatt" macht aus ein echtes antisemitisches Schildbürgerstückchen der „Staatsbürger-Zeitung" aufmerksam. Diese veröffentlichte eine Meldung über den Kreuzzur der Bewohner von Sion City unter ihrem Führer Dowie alias Elias II. nach New-Iork, mit der Schtzmarke „jüdisch-amerikanischer Humbug." „Humbug, großer Humbug ist ja dieser Kreuzzug" schreibt das „Tageblatt", „aber die Kreuzzügler sind keine Juden, nicht einmal jüdische Zionisten, wndern eine — christliche Sekte, deren Stifter Dowie, halb Heilsumeegeneral, halb Gesundbeter und ganz echter, sich auf seinen Vorteil sehr wohl verstehender Aankee, sich den Namen des allerdings

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