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Im deutschen Reich · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. 668

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
Berlin
Date
1903-11-01
Page
668 (sequence 4)
Language
German
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668 Im deutschen Reich. furter) — 1, ebenso wie im Vorjahre. Unter den 2690 Oberlehrern an königl. Anstalten find 11 Juden *= 0P41 v. H., unter den 4080 städtischen 56 Juden ---- 1.37 v. H., in Berlin sind unter 541 städt. Oberlehrern 41 .= 7,57. Die jüdischen Schüler machen nach den neuesten Feststellungen 17,5 Prozent der Gesamtfreguenz der höheren Schulen Berlins aus. — Die Zahl der anstellungsfähigen jüdischen Kandidaten beträgt 16 (Gesamtzahl 205), davon 8 in Hessen-Nassau, 6 in Brandenburg, Probandus 1, Seminarmitglieder 3. Es hat also offenbar auch der seit Jahren bestehende Mangel au akademischen Lehrern die jüdischen Abiturienten nicht dazu verleitet, sich über die Schwierigkeiten zu täuschen, die trotzdem immer noch unsern Glaubensgenossen bei der Verwendung im öffentlichen Schuldienst bereitet werden. — Auch im Reichsland und in den Bundesstaaten haben sich in dieser Beziehung die Verhältnisse wenig gebessert. In Elsaß- Lothringen ist die Zahl der jüdischen Oberlehrer fast dieselbe geblieben wie seit mehreren Jahren. Neuanstellungen von Juden fanden in dem Berichtsjahre (brs Mai 1903 nicht statt; im Oktober d. I. ist der einzige jüdische Hilfslehrer im Elsaß am Gymnasium zu Gebweiler als Oberlehrer angesteüt worden. Bei den Tabellen über die Bundesstaaten enthalten nur die Berichte aus Oldenburg und Reuß j. L. Angaben über das Glaubensbekenntnis; .in beiden Fürstentümern sind nur Christen angestellt. Als zur Zeit bekannt wurde, daß Cecil Rhodos in seinem Testamente für deutsche Studenten fünf Freiplätze an der Universität Oxford gestiftet habe, schrieb Liebermanns „Antisemitische Korrespondenz": „Es ist zu hoffen, daß sich kein deutscher Student so weit entwürdigen wird, ein solches Stipendium anzunehmen. Deswegen brauchen die Legate nicht unbenutzt zu bleiben, denn wofür haben wir in Deutschland Judenjungen?" — Jetzt hat zum ersten Male die Verteilung durch den Kaiser stattgefunden und wer sind die fünf „Judenjungen": Graf Talleyränd, von Schweinitz, von Lindauer, von Müller und Theodor Erle!! In der „Brandenburgischen Wacht" schreibt die Verwaltung der „deutsch-nationalen Kranken- und Begräbniskasse": „Das außergewöhnliche Anwachsen unseres Mitgliederbestandes legt uns die Verpflichtung auf, unser Aerzte-Verzeichnis zu erweitern und auszubessern. Wir richten deshalb an unsere Mitglieder die höfliche Mtte, uns ihnen bekannte gute deutsche Aerzte zu empfehlen, die die Behandlung unserer Mitglieder übernehmen würden." — Gerade diese Willkür bei der Auswahl des Kassenärzte geißelte die der „deutsch-nationalen

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