Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-10-01
- Page
- 585 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 585 diese ist sie noch so begeistert, daß sie es der ihr sonst so nahestehenden „Post" nicht vergeben kann, daß sie sich nicht absolut für die Wagner- Denkmals-Enthüllung begeistern konnte. Das Blatt Bruhns schreibt: „Wir hatten unsere Freude darüber Ausdruck gegeben, daß kein Jude an der Spitze gestanden habe und daß damit der Beweis erbracht sei, daß es auch ohne Juden gehe. Die „Post" meint nun, wir hätten vorbeigehauen, denn Kommerzienrat Zeichner habe ja einen jüdischen Generalsekretär „zur Inszenierung der Wagnerfeier engagiert. Ja, das wissen wir sehr wohl, liebe Post, und wir haben auch nicht mit unserer Meinung darüber zurückgehalten. Aber was sagt denn das gegen unsere Behauptung? Der Generalsekretär steht nicht an der Spitze des Festausschusses, ist also kein Gegenbeweis gegen die Behauptung, daß kein Jude an der Spitze gestanden habe, daß es einmal ohne Juden gegangen sei. Wir bleiben dabei: die Preßmache gegen die Wagnerseiern ist ein wenig rühmliches Kapitel der Berliner Presse, noch weniger rühmlich aber ist das Verhalten desjenigen Teiles der nationalen Presse, der in Gedankenlosigkeit die sinnlosen Hetzereien der Judenpresse einfach mitmacht." — Ein süßer Trost" ist der „Staatsbürger Ztg." geblieben, „sie zählt die Häupter ihrer Lieben und sieh', es fehlt kein teures Haupt." Hatte sich doch auch der als Herausgeber der greulichen „Schächtpostkarte" bekannte Buchhändler Gustav Ad. Dewald eingefundeN, um der Enthüllung des Richard Wagner-Denkmals durch folgende Ankündigung eine antisemitische Weihe zu geben: „Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls der Menschheit. — Wir gönnten ihnen (den Juden) selbst die Errichtung eines jerusalemischen Reiches und hatten in dieser Beziehung eher zu bedauern, daß Herr von Rothschild zu geistreich war, um sich zum König der Juden zu machen, wogegen er bekanntlich es vorzog, der „Jude der Könige" zu bleiben.-Ganz unvermerkt ist der „Gläubiger der Könige" zum Könige der Gläubigen geworden, und wir tonnen nun die Bitte dieses Königs um Emanzipierung (Gleichstellung) nicht anders als ungemein naiv finden, da wir vielmehr uns in die Notwendigkeit versetzt sehen, um Emanzipierung von den Juden zu kämpfen."-Mit diesem Text und mit einem vorzüglich ausgeführten Holzschnitt vom Urheber dieser „goldenen" Worte, von Richard Wagner, erscheint demnächst eine Ansichtspostkarte. Damit dieselbe eine ungeheure Verbreitung finden soll, kosten 10 Stück 60 Pf." — Armer Richard Wagner; vom Fliegenden Holländer auf den fliegenden Buchhändler; in Gustav Adolf Dewalds Hand, ,^wo längst dem Wähnen Frieden fand!" Die „Deutsche Hochwacht" berichtet, daß aus dem „Bundestage