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Im deutschen Reich · 1903-09-01 · Heft 9 (September 1903) · p. 523

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 9 (September 1903)
Article
Ein deutscher Philosoph als Philosemit
Date
1903-09-01
Page
523 (sequence 11)
Language
German
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Ein deutscher Philosoph als PhilosemiL. 523 Nur langsam ging die Sache der Emanzipation vorwärts, und am 30. Oktober 1837 schreibt Krug an Beer unter anderm: „Ihre Glaubensgenossen haben von den Ständen jetzt auch die Erlaubniß zum Buchhandel erhalten. Ich lege darauf einen besonderen Werth und wünsche daher, daß recht bald sich ein dazu Qualifizirter von Ihren Glaubensgenossen hier als Buchhändler etablirte oder auch in Dresden. Ich würde sein Unternehmen gern unterstützen, so viel ich könnte. Es kommt jetzt alles darauf an, daß Sie sich bald in den Besitz des wenigen Bewilligten setzen und dabei praktisch beweisen, daß Sie nicht bloß des Wenigen, sondern auch des Mehren würdig waren. Dann wird man sich schämen lernen, daß man so wenig bewilligt hat, und bald mehr bewilligen." Unterm 19. Jan. 1840 schreibt Krug: „Ebenso werd' ich das neue Anbringen Ihrer Glaubensgenossen bei den Ständen nach Kräften unterstützen. Die noch übrigen Fesseln müssen durchaus nach und nach fallen. Lassen Sie nur den Muth nicht sinken, wenn es nicht augenblicklich geschieht! Es sind leider noch zu Viele meiner Landsleute und Glaubensgenossen in alten Vorurtheilen befangen. Aber die Heranwachsende Jugend wird sich davon frei machen, und ich werde nicht unterlassen, schriftlich und mündlich dahin zu wirken. Auch in meiner neuesten Schrift über die europäische Trilogie Hab' ich die Sache von neuem in Erinnerung gebracht und den Christen das Beispiel der Türken zur Beschämung vorgehalten." Der letzte, mir vorliegende Brief Krugs, datiert vom 19. Dez. 1841 — also 24 Tage vor dem Tode Krugs — ist von Todesahnungen erfüllt. „Möchte nur meine Stimme", so heißt es darin, „mehr Kraft zur Förderung Ihrer Sache haben! Dann sollten Sie bald zur Erfüllung Ihrer Wünsche gelangen. Meine körperlichen Leiden aber nehmen so zu, daß auch mein Geist darunter leidet und ich einer baldigen Auflösung entgegengehe. Nun, wie Gott will, das ist mein Wahlspruch." Ich möchte zum Schluß ein nicht datiertes Briefchen Krugs mittheilen. Krug befand sich damals in Dresden zur Teilnahme an den Landtagsverhandlungen und mag, da er es so schnell in die Hände Beers gelangen lassen konnte, die Datierung nicht für nötig gehalten haben. Es lautet: „Ew. Wohlgeboren send' ich hierdurch die Petizion mit ergebenstem Danke zurück. Wie ist der Titel der Schrift eines Rabbiners in Prag über die Sabbat-' seier, und wie heißt der Mann? Oder besitzen Sie vielleicht die Schrift selbst? Dann würd' ich sie mir zur Ansicht erbitten. 'Auf

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