Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Ein deutscher Philosoph als Philosemit
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 521 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein deutscher Philosoph als Philosemit. 521 Krugs dem Landtage unterbreiteter Vorschlag war dahingegangen, verschiedene Staatsstipendien, die Studierenden aller Konfessionen zugänglich sein sollten, zu errichten. Aber seine Bemühungen um Hirsche! ruhten nicht; er schrieb an Beer: „Leipzigs d. 21. April 35. Ew. Wohlgeborm überschick' ich hierdurch meinen jährlichen Beitrag .zum Mendelssohns- Verein und bitte mir darüber gelegentlich eine Quittung zukommen zu lassen. Herr Hirschel hat vom akademischen Senat ein Stipendium bekommen — vielleicht der erste Fall, daß ein solches einem israelitischen Studierenden ertheilt worden. So verschwinden die alten Vorurtheile und Beschränkungen immer mehr. Mit der aufrichtigsten Hochachtung Ew. Wohlgeboren ergebenster Krug." Mit welchem Interesse der Leipziger Philosoph die jüdischen Angelegenheiten verfolgte, beweisen die folgenden Briese: „Leipzig, 5. Juli 35. Ew. Wohlgeboren dank' ich ergebenst sowohl für die gütigst übersandte Druckschrift als für die gegebene Nachricht von Herrn Nathan*). Unter diesen Umständen kann derselbe freilich auf keine Empfehlung Anspruch machen. Was sagen Sie Zur Wahl eines Israeliten in London zum Sheriff? Das ist ein bis jetzt unerhörter Fall, aber ein gutes Omen für die künftige Emancipation. Gewiß, Ihre Glaubensgenossen werden ebensowohl als die Katholiken, die Methodisten, die Quäker und andere Dissentores Sitz und Stimme im britischen Parlament erhalten. Und das wird ein großes Beispiel für alle noch intoleranten Staaten sein. Ergebenst Krug." „Leipzig, d. 14. Jan. 36. Ew. Wohlgeboren übersend' ich hierdurch meinen jährlichen Beitrag zur Mendelssohns- Stiftung und freue mich zu hören, daß Sie.nun auch bald in Dresden eine ordentliche Synagoge erhalten werden. Der Himmel helfe weiter. *) Der hier genannte N. suchte, gestützt auf eine Empfehlung Krugs, Anstellung in Dresden als Lehrer bei der jüdischen Gemeinde.