Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Ein deutscher Philosoph als Philosemit
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 519 (sequence 7)
- Language
- German
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Ein deutscher Philosoph als PhilosemiL. 519 bleibt. Indessen glaub ich deshalb an keine Jntrigue, sondern hoffe noch immer das Beste. Die Protestazion der JnnungsälLesten ist schändlich, wird aber Ihre Sache eher befördern als hindern. Meinen jährlichen Beitrag zum Mendelssohnverein hierdurch übersendend, beharre ich mit der vollkommensten Hochachtung Ihr ganz ergebener Krug." Endlich beschlossen die sächsischen Kammern, „die Regierung um Revision der bisherigen Gesetzgebung über die Juden und um eine Gesetzvorlage zur Verbesserung ihrer bürgerlichen Lage zu ersuchen." In der Ersten Kammer hatte Krug diesen Antrag persönlich befürwortet, und auf die Nachricht Beer's, daß die Zweite Kammer diesem Beschlüsse beigetreten, empfing er die folgenden Zeilen: „Leipzig, d. 5. Februar 34. Ew. Wohlgeboren dank' ich verbindlichst für gütige Mitteilung der erfreulichen Nachricht, der ich schon längst mit Sehnsucht entgegengesehen habe. Ich statte Ihnen und Ihren Glaubensgenossen meinen herzlichen Glückwunsch dazu ab. Die Bahn ist nun gebrochen. Bald werden Sie in Sachsen, ja in ganz Deutschland, völlig emanzipiert sein. Denn das Beispiel Sachsens, wo man leider am hartnäckigsten widerstanden hat, wird von großen Folgen sein. Die Barriere, welche so lange die Verehrer eines und desselben Gottes getrennt hat, muß nun fallen; und ich hoff' es noch zu erleben, daß selbst Preußen völlig emanzipiren wird, so wenig es neuerlich den Anschein dazu hatte. Unter Erwiederung des freundlichen Grußes von den Ihrigen beharre ich mit vorzüglicher Hochachtung Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster Krug." Die zwei folgenden Schreiben beziehen sich auf Beer's Promotion: „Leipzig, d. 14. April 34. Ew. Wohlgevoren meld' ich vorläufig, daß die Fakultät beschlossen hat, Ihnen die philosophische Doktorwürde zu ertheilen. Ich freue mich herzlich darüber und wünsche Ihnen aufrichtig Glück dazu, so wie allen den Ihrigen, denen ich mich angelegentlich zu empfehlen bitte. Die amtliche Notificazion, sowie auch das Diplom, werden Sie vom Hrn. Proeancellarius Wachsmuth erhalten. Hochachtungsvoll und ergebenst Krug.