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Im deutschen Reich · 1903-09-01 · Heft 9 (September 1903) · p. 515

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 9 (September 1903)
Article
Ein deutscher Philosoph als Philosemit
Date
1903-09-01
Page
515 (sequence 3)
Language
German
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Ein deutscher Philosoph als PhilosemiL. 515 am 20. Juli 1801 in Dresden, gestorben am 1. Juli 1861 daselbst). Bereits im Alter von 23 Jahren sammelte dieser Beer einen Kreis jüngerer Gemeindegenoffen um sich, mit dem er in wissenschaftlichen Abendunterhaltungen die hebräischen Schriftsätze der spanischen, südfranzösischen und italienischen Glaubensgenossen in gegenseitiger Belehrung durchging, und aus diesem Kreise ging dann die Gründung des noch heute bestehenden Mendelssohnvereins in Dresden hervor, den Beer am 10. September 1829 zur Gedächtnisfeier an Moses Mendelssohns hundertjährigen Geburtstag mit einer Festrede einleitete. Dieser Mendelssohnverein sollte den Zweck haben, „Handwerk, Kunst und Wissenschaft, sowie jede nützliche Tätigkeit bei der israelitischen Jugend zu fördern und überhaupt den geistigen Zustand der Israeliten möglichst zu verbessern." An Krug wandte sich Beer mehrfach, sei es mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten, sei es mit Mitteilungen über den Mendelssohnverein, sei es auch schließlich, indem er den Gelehrten, der in der ersten sächsischen Kammer die Universität Leipzig vertrat, für die Emanzipation der Juden zu interessieren suchte und ihm das Material für seine Wirksamkeit in dem Landtage in dieser Beziehung lieferte. Mir liegen zahlreiche bisher ungedruckte Briese Krug's an Beer vor, welche diese Bestrebungen der beiden Gelehrten beleuchten. Es seien hier einige mitgeteilt: „Leipzig, d. 27. März 31. Ew. Wohlgeboren dank' ich ergebenst für die überschickten Drucksachen und freue mich der Fortschritte Ihres Vereins. Auch das freut mich, daß die dortige israelitische Gemeinde bei den Landständen um bürgerliche Gleichstellung der Israeliten mit den übrigen Landesbewohnern gebeten hat. Wenn auch die Bitte nicht gleich erhört werden sollte, weil die Vorurtheile noch zu groß sind: so müßten Sie nur die Bitte wiederholen. Endlich dringt die Stimme der Vernunft doch durch. Die Beilage bitte ich gütigst aufzunehmen und den Beischluß an den Herrn Böttiger gefälligst zu befördern. Mit der vollkommensten Hochachtung Ew. Wohlgeboren ergebenster Krug." „Leipzig, d. 6. Mai 32. Ew. Wohlgeboren dank' ich ergebenst für die interessanten Mittheilungen, die Sie mir in Bezug auf den in Dresden bestehenden Mendelssohn - Verein gemacht haben. Recht gern tret' ich diesem Verein bei und lege demzufolge meinen Beitrag für dieses Jahr (2 rthlr in 0. B.) bei. Einen

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