Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Ein deutscher Philosoph als Philosemit
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 516 (sequence 4)
- Language
- German
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516 Fm deutschen Reich. höheren kann ich dermalen nicht geben, da ich noch für eine Familie zu sorgen habe, die vieler Unterstützung bedarf. Mit der Emanzipation wird es sich wohl geben, da bereits in Hessen und Braunschweig gute Vorschritte dazu gemacht sind. Versäumen Sie nur nicht, beim nächsten Landtag in Dresden deshalb Anregung zu thun. Was ich zur Unterstützung der Sache thun kann, wird mit Freuden geschehen. Hochachtungsvoll und ergebenst Krug." In weiteren Briefen aus dem Jahre 1833 dankt Krug für die Zusendung des überschickten Abdrucks der Petition. „Es ist gut, daß sie auf diesem Wege bekannter, und, so Gott will, auch wirksam wird. Bald werd' ich Ihnen auch einen Abdruck meiner Beantwortung in einer größeren Schrift über die bisherigen Landtagsverhandlungen zusenden können. Ich habe darin Ihre Sache noch mit anderweiten Gründen unterstützt. Was jetzt in England geschieht, wird Ihrer Sache großen Vorschub leisten, denn dort geht die Emanzipation wahrscheinlich durch." Indessen ließen es die Gegner der Emanzipation nicht an Gegenschritten fehlen, und ein weiterer Brief Krugs lautet: „Leipzig, den 1. Septbr. 33. Ew. Wohlgeboren dank' ich ergebenst für die gefällige Mittheilung Ihrer Berücksichtigung einer unstatthaften Petizion wider die Emanzipation Ihrer Glaubensgenossen. Ich glaube nicht, daß diese Petizion Ihrer Sache viel schaden werde. Sollten Sie jetzt noch nicht alles erlangen, was Sie wünschen, so wird es Ihnen doch eine sehr nahe Zukunft gewähren. Auch bin ich deß überzeugt, daß in England die bekannte Bill beim nächsten Parlament durchgehen wird. Die Menschen sind nun einmal so, daß sie nicht gern auf einmal thun, was recht und billig ist, sondern sich erst besinnen wollen. Darum sagten schon die alten Metaphysiker: In mundo non datur saltus. Hochachtungsvoll und ergebenst Krug." Des weiteren wandte sich Beer an Krug mit Anfragen, auf welchem Wege er die philosophische Doktorwürde erlangen könne. Beer war vollständiger Autodidakt. Er hatte keine Gelehrtenschule, keine Universität besucht, hatte sich aber doch ein tiefes Wissen in jüdisämr Geschichte und Litteratur, wie in der Philosophie zu eigen gemacht, was eine Anzahl trefflicher Schriften bekundet. Er