Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 8 (August 1903)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1903-08-01
- Page
- 502 (sequence 4)
- Language
- German
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502 Fm deutschen Reich- Lahr, Münster und Mülheim a. d. R. entnehmen wir, daß die deutsche Handelswelt unsere Ueberzeugung teilt und nicht die jener Presse, welcher das Parteiinteresse höher steht, als alles Andere! Auch an militärische Behörden haben wir uns in letzter Zeit wenden müssen, weil wir uns stets gedrungen suhlen, unbekümmert um einen etwaigen Mißerfolg, vorzugehen, wo es die Ehre gebietet. Wie wir schon in dem vorigen Heft dieser Zeitschrift S. 424 berichtet haben, hat uns die Tatsache, daß der Hauptmann der 10. Komp, des 2. Schles. Regiments Nr. 11 die Einstellung eines Zweijährig-Freiwilligen wegen seines jüdischen Glaubens beanstandete, veranlaßt, eine Beschwerde an das Kriegsministerium zu richten. Auf dieselbe ist inzwischen nachstehender Bescheid erfolgt: Kriegsministerium. Berlin, W. 66, den 26. Juni 1903. Auf die Eingabe vom 19. Mai d. Js. wird dem Centralverein ergebenst erwidert, daß das Verfahren der 10. Kompagnie Grenadier-Regiments König Friedrich III (2. Schlesischen) Nr. 11 bezüglich Abweisung des Handlungs- Kommis Ludwig Hans Hauptmann als Freiwilliger durchaus nicht gebilligt werden kann. Das Generalkommando VI. Armeekorps hat das Erforderliche veranlaßt. Eine von hier ausgehende allgemeine Verfügung ist nicht erforderlich. Allerhöchst mit der Vertretung des Kriegs Ministers beauftragt gez.: v. Einem. An den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hier. Mehrere Blätter hatten eine Mitteilung veröffentlicht, daß Herr Leutnant Selazinsky von der 10. Kompagnie des 117. Großh. Hess. Infanterie-Regiments bei einer Instruktion in Anwesenheit einigerjüdischer Reservisten die Aeußerung getan habe: „Ihr dürft eher einen alten Juden erschlagen, als einem Kameraden einen Stecknadelknopf aus dem Spind nehmen." Da eine solche Aeußerung uns bei einer militärischen Instruktion im deutschen Heere nicht am Platze zu sein schien, haben wir uns auch in dieser Sache an die Militärbehörden mit einer Beschwerde gewandt und schließlich von dem General-