Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 8 (August 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-08-01
- Page
- 489 (sequence 6)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 489 tor mit Guirlanden und Fahnen geschmückt war. Einen recht angenehmen Eindruck gewährte der Anblick des Wohnhauses, welches der' Geschäftsführer im Ehrenamt, Herr Mühlenbesitzer I. Rosenthal, in sachgemäßer Weise hatte anbauen lassen. Es enthält die Wohnräume für den Inspektor, einen geräumigen Lehrsaal, Speisesaal und Schlafräume für die Zöglinge, sowie Räumlichkeiten, welche bei eventuellen Krankheitsfällen in Benutzung zu nehmen sind. Die Eleven, die den Anwesenden vorgestellt wurden, sahen frisch und -gesund aus. Die Antworten, die sie auf an sie gerichtete Fragen erteilten, zeigten, daß sie praktisch mit allen landwirtschaftlichen Tätigkeiten vertraut gemacht werden und daß sie mit Lust und Liebe an dem von ihnen erwählten Berufe hängen. Aus den von den jungen Leuten gefertigten Aufsätzen war zu ersehen, daß der theoretische Unterricht nicht hinter dem praktischen zurücksteht. Bei Besichtigung der Ställe wiesen 24 Kühe, 10 Kälber, 9 Pferde einen vorzüglichen Stand auf. Da die Verwertung der Milch die Gesamtwirtschaft günstig beeinflußt und die bisherige Produktion nicht mehr der Nachfrage genügt, soll die Zahl der Kühe auf 30 erhöht werden. Der Gang über die Felder des ca. 400 Morgen großen Gutes veranlagte diejenigen, welche Neuhof vor der Bewirtschaftung durch die Bodenkultur - Gesellschaft gesehen hatten, zur rückhaltlosen Anerkennung der Betriebsleitung. Die anwesenden Fachleute sprachen sich außerordentlich befriedigt über den Stand der Früchte aus, der eine gute Ernte erhoffen läßt. Das. Ganze sticht vorteilhaft von den umliegenden Besitzungen ab und beweist, mit wie großem Verständnis an der Meliorierung des Gutes gearbeitet wird. Nach dem Rundgang wurden die Gäste von dem Posener Damenkomito mit einem Frühstück bewirtet. Nachdem der Vorsitzende Oberamtmann Cohn die Erschienenen begrüßt und dem Leiter Herrn Rosenthal, sowie dem Damenkomitö den Dank der Gesellschaft ansgedrückt hatte, fand eine Besprechung der Gesellschafter und Vorstandsmitglieder des Bodenkulturvereins statt, in welcher die Aufnahmebedingungen der Zöglinge prinzipiell erörtert und der Beschluß gefaßt wurde, weitere Zöglinge auf Neuhof aufzunehrnen. Die Bodenkultur - Gesellschaft kann aber nur gesunden und kräftigen Zöglingen Ausnahme gewähren. Anmeldungen nimmt Herr Rosenthal, Posen, Naumannstraße 1-5. entgegen. Die Besichtigung hat alle Erschienenen davon überzeugt, daß das bedeutsame Unternehmen in guten Händen liegt, und daß, wenn auch noch manche Verbesserungen zu treffen und manche Erfahrungen zu sammeln sind, man doch ver-' trauensvoll der Zukunft des bedeutsamen Unternehmens entgegensetzen kann."